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Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
Seite
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darüber Gewißheit zu verschaffen, ob sie als höhere Werkzeuge zurVerbreitung des Gottcsreichs auf Erden betrachtet zu werde» ver-dieueu, und habe ihr öffentliches Leben und Wirken so darzustellen,wie unanfechtbare Thatsache» es erfordern," Damit sagt Janssenselbst, daß er die Reformatoren nicht für große Männer hielt. Dannaber haben wir zu erwidern, daß er nicht als Historiker das Rechtund die Pflicht hat, nach der Verbreitung deS Gottcsreichs ans Erdenzu forschen, sondern nur als Theologe. Den Historiker geht dasProblem eines Gottesreiches ans Erden nur insofern etwas an, alsdiese Idee Einfluß ans die Entwickelnng der Völker und Menschengehabt hat. Er hat diese Idee nicht als etwas ewig Feststehendeszu betrachten, sondern als eine Form, in welche sich das Denken derMenschen und Völker vorübergehend kleidete. Diese Auffassung derAufgabe des Historikers, wie sie Janssen hier bekundet, ist ebenso einfalscher Schluß ans seinem falschen Prinzip, das Leben sei nicht Trägeraller Lebensänßernngen, sondern diese vielmehr Ursache des Lebensselbst. Aus dieser einseitigen Betrachtungsweise rühren Janssens sämt-liche falsche Schlüsse; diese Betrachtungsweise aber basiert nicht in demHistoriker Janssen, sondern mit diesem in dem TheologenJanssen. Nur diesen, letzteren konnte es einfallen, andern Glanbens-arten ein „einheitliches Znsammengehen" anzutragen, „namentlichgegenüber dem Unglauben und dem Materialismus, gegenüber denFeinden jeder Kirche" (a. a. O. S. 2), während der Historiker nach-gesehen haben würde, ob der Unglaube und der Materialismus undjede andere Denkart von der Wahrheit ausschließen, ob nicht die inallen Denkarten enthaltenen positiven Wahrheitselenicute eine gleicheBerücksichtigung verdienen, wie die Wahrheitsclemente in irgend einen,Glanben? Also nicht der Historiker spricht ans Janssen, sondern durchdiesen der katholische Theologe. Er wehrt sich dagegen, aber es istso und kann einmal gar nicht anders sein. So ,venig der, welchersich mit lMu clo nUUö tlour» und zugleich mit IMn clo LolnAno be-gossen hat, behaupten kann, er rieche nur nach lRui U<z EWlvgno, sowenig vermag Janssen als Historiker den Theologe» von sich fernzu halte». Es ist also immer wieder unsere Ausgabe, zu sehen, obder Historiker oder der katholische Theologe ans Janssen redet, obder Realismus oder die Nomantik ihm die Feder führt.