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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
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Der Herr Hofkanzler hatte dagegen seinen Privatbesitz auf diesem Wege schleunigst in Sicher-heit bringen lassen.

Zum Glück hatte ich sogleich auf die Nachricht hin, dass der Feind im Anzüge sei, dieArchive, das Hof-Silber und verschiedene herrschaftliche Kassen, mehr als eine Million an Geld-wert, auf 15 Rheinschiffen und in 1562 Kisten verpackt den Rhein hinunter nach Holland ge-flüchtet, gegen den Willen des Herrn Hofkanzlers von Albini. Es war das einzige, was gerettetworden ist. ! ) Geradezu lächerlich sind die nachherigen Beschuldigungen, dass durch den Oberst-lieutenant Eickemeyer, oder durch die Mainzer Klubisten Wedekind, Hofmann pp. die FestungMainz in die französischen Ilände gespielt sei. Nein, diese abtrünnigen Menschen sind erst nachder feigen Uebergabe der Stadt in die Oeffentlichkeit getreten. Man suchte nach einem äusserenAnlass, um dem mainzischen Bürger die unbegreifliche Uebergabe verständlich zu machen, ob-wohl jeder Einsichtige einsehen musste, dass sie eine notwendige Folge der corrumpirten MainzerZustände war.

Unverstand und ungegründete Furcht, dass der Mainzer Bürger von dem französischenRevolutionsgeiste angesteckt und bereit sei, den Adel und die Geistlichkeit zu vertreiben odergar, wie in Frankreich, umzubringen, hatte die verkehrten Massregeln in den Köpfen derdamaligen Civil- und Militär-Autoritäten zur Welt gebracht.

Die Sorglosigkeit und das rätselhafte Benehmen, womit man sozusagen die Franzoseneingeladen hat, das speyersche Korps zu überfallen und aufzuheben, erklärt sich daraus, dass mandies heimlich wünschte, um über diesen feindlichen Angriff bei der Reichsversammlung zuRegensburg die Stimme zu erheben und einen Reichskrieg wider die Franzosen zu bewirken, alsdas einzige Mittel, um die deutsche Nation vor dem französischen Republikanisieren zu bewahren.

Carl Herwig von Zwelil.

hatte. Sie war jedoch lange nicht so ansehnlich als jene, die dem König von Schweden, Gustav Adolf, im 30jährigenKriege hei der Eroberung der Stadt Mainz in die Hände fiel. Der König schenkte die Bibliothek seinem KanzlerOxenstierna. Dieser trat solche an das Gymnasium zu Westeräss ab, aber das Schiff, das sie nach Schweden bringensollte, scheiterte und die Ostsee verschlang diesen unersetzlichen Schatz.

Nach meiner Rückkehr aus Holland weigerte ich mich fernerhin unter dem Herrn Hofkanzler zu arbeiten.Man benutzte daher alle meine freimüthigen Aeusserungen über die neuen Einrichtungen des Mainzer Militäretats,worüber mir ein schriftlicher Aufsatz abgefordert war und über den unzweckmässigen Landsturm oder Volksbewaffnungwider die Franzosen mit Mistgabeln etc. mit unäcliten Zusätzen zu versehen und mir dies als eine Anhänglichkeit andie sogenannten deutschenClubisten" auszulegen. Von der holländischen Fliiclitungsreise, die ich mit dem grösstenDiensteifer und vollkommener Uneigenniitzigkeit dirigirt und besorgt hatte, versprach ich mir viele gute Früchte undBelohnungen, allein, es wurde, trotzdem mir dies alles von der Universität Heilbronn, wohin die Akten verschicktwurden, zugesprochen ist, nichts gehalten und mir nicht einmal meine Auslagen, die mehr als 1000 Gulden betrugen,ersetzt. Alles dies, das ich noch mit vielen anderen Anmerkungen vermehren könnte, habe ich in keiner anderen Absichtniedergeschrieben, als dass meine Kinder eine Lehre daraus ziehen mögen.