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Urkunden-Buch der Familie von Zwehl : nebst Kunstbeil., Textbildern, Stammbäumen u.e. Anh., enth. Beitr. zu e. Familiengeschihichte
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Durch Briefwechsel mit den Bayerschen Zwehls erfuhr ich, dass von dem Präsidentendes Hofkriegsrats, geheimen Kabinetssekretär des Kurfürsten von Mainz und Reichsarchivar CarlHerwig v. Zwehl (17371816) eine Anzahl alter Zwehlscher Urkunden ] ) gesammelt und einFamilienbuch 2 ) geschrieben sei, das ausser seiner eigenen, höchst interessanten Lebensbeschreibungauch nähere Nachrichten über unsere Vorfahren enthielte.

Vetter Theodor in München, Oberst und Abteilungschef im Generalstab und königl. bayer.Kämmerer, stellte mir bereitwilligst das Material teilweise zur Verfügung, wofür ich ihm nochmalsmeinen herzlichsten Dank ausspreche. Ich machte Auszüge und Abschriften, konnte meineKopien mit den Originalen vergleichen und hatte endlich so viel Urkunden beisammen, dass ichnicht zögere, diese durch Drucklegung den nachkommenden Generationen zu bewahren undnamentlich allen Familienmitgliedern zugänglich zu machen. Es veranlasst mich hierzu nochbesonders der Umstand, dass die Urkunden, von denen einige schon sehr gelitten haben und demZerfallen nahe sind, voraussichtlich in absehbarer Zeit der gänzlichen Zerstörung anheimfallen,abgesehen davon, dass sie auch durch unvorhergesehene Umstände für die Nachkommen ver-loren gehen können. Mit ihrem Verlust wäre aber auch die Kenntnis der ältesten Geschichteunserer Familie auf immer dahin.

Um keine Quelle ungenutzt zu lassen, reiste ich im Frühjahr 1898 nach Heiligenstadt,in der Hoffnung, im dortigen Ratsarchiv noch einiges Material zu finden. Auch wollte ich anOrt und Stelle meine Arbeit noch einmal einer genauen Prüfung unterziehen und ev. ergänzen.Leider fand ich neues Material so gut wie garnicht, da das Ratsarchiv durch den grossen Brandim Jahre 1739 zerstört war und in dem jetzigen Ratsarchiv ältere Akten nur in sehr geringerAnzahl vorhanden sind. Auch die nicht sehr sorgfältig geführten, erst mit Mitte vorigen Jahr-hunderts beginnenden Kirchenbücher boten nur spärliche Ausbeute.

Um so mehr müssen wir Carl Herwig danken, dass er wenigstens einen Teil der altenv. Zwehlschen Papiere sorgfältig sammelte und aufhob; ohne seinen Sammeleifer wäre es nichtmöglich gewesen, dies Buch zusammenzustellen.

Um allen Familienmitgliedern die noch erhaltenen alten Familienbilder zugänglich zumachen, liess ich die interessanteren in der Verlagsanstalt für Kunst und Wissenschaft vonF. Bruckmann A. G. in München durch Lichtdruck vervielfältigen und fügte sie dem Buche alsKunstbeilagen bei. Auch von den alten v. Zwehlschen Lehnhäusern, der Papiermühle, demWaisenhaus, dem Vierzehnnothelferaltar etc. liess ich durch den Photographen H. Ilberg inHeiligenstadt Aufnahmen machen und durch die Hofkunstanstalt von C. A. Starke in Görlitzreproduciren, damit sie als Textbilder in dem Buche Aufnahme fänden, da ich mir sagte, dassdieses hierdurch entschieden an Wert für die Familie gewinnen würde.

Ausserdem liess ich verschiedene alte Oelbilder durch den Münchener Maler Franz Guilleryoriginalgetreu kopieren, wozu mir Frl. Johanna v. Zwehl die Originale gütigst zur Verfügungstellte. Ich hoffe diese Sammlung allmählich vervollständigen zu können.

Mein sehnlichster Wunsch wäre gewesen, eine Geschichte unserer Familie, über dieich ein ziemlich umfangreiches Material besitze, veröffentlichen zu dürfen, allein durch verschiedeneUmstände, die ich hier nicht näher erörtern will, war mir dies versagt. Ich gebe aber die Hoff-nung nicht auf, vielleicht erweckt dies Urkundenbuch das allgemeine Interesse dafür. Sollte mein

9 Die Urkunden sowie die noch erhaltenen alten Familienbilder stammen grösstenteils aus der Uhlenburg.Unter der von mir häufig der Kürze halber angewandten Bezeichnung: ,,v. Zwehisches Archiv" verstehe ich oben er-wähnte Urkunden- und Familienpapier-Saimnlung. Diese Bezeichnung ist jedoch vorläufig nicht ganz zutreffend, da diefür ein Archiv notwendigen Voraussetzungen:Sachliche oder chronologische Ordnung, Uebersichtlichkeit und allgemeineZugänglichkeit für jedes Familienmitglied", fehlen.

2 ) Dies Familienbuch war für die Bearbeitung desAnhangs" meine hauptsächlichste Quelle.