Graf Herbert am 16, August 1870,
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begegneten uns Verwundete, Wir hörten das Platzen von Granaten nndsahen ihre kleinen Wölkchen gegen den blauen Himmel. Etwa um 12^/z Uhrmittags gelangten wir nach längeren Trableistungen auf das Schlachtfeld un-weit des Dorfes Mars la Tour. Unser Regiment wurde links der großenChaussee in Zugkolonncn formirt und schickte Flankenrs gegen einen vor-liegenden größeren Wald vor, über welchem sich deutlich vier kompakteStaubwolken abhoben. Wir glaubten, daß sie von den Schwadronen einesFranzösischen Kavallerie-Regiments herrührten, und hofften, daß es sich durchunsere Flankeurs aus dem Walde Heranslocken lassen und uns Gelegenheit zu einerAttacke geben würde. Da die Flankeurs zu weit vom Walde ab blieben, umzu erkennen, ob auch Infanterie darin stecke, erbot sich der Adjutant Dachröden,eine Rekognoszirung ans eigene Hand vorzunehmen. Wir sahen diesen sehrbeliebten Offizier mit lebhaftem Interesse auf seiner schönen Vollblntstnte invollster Karriere gegen den Wald los nnd ziemlich nahe an der Lisiere ent-lang reiten, ebenso die auf ihn abgegebenen Schüsse, die alle fehl gingen, weildie Franzosen bei der Schnelligkeit seines Pferdes sämmtlich hinten weg-schössen. Er hatte von Infanterie nichts gesehen. Mittlerweile hatte Fran-zösische Artillerie auf den vor uns liegenden Höhen unser Borrücken be-merkt und beschoß uns so heftig mit Granaten, daß unser Regiment, da diefeindliche Kavallerie aus dem Walde nicht herauskam, zurückging. Späterhat es sich als ein Glück erwiesen, daß wir mit jener Kavallerie nicht hand-gemein wurden, denn die großen Staubwolken rührten von vier Regi-mentern Französischer Kavallerie her, die unser eines Regiment vollkommenin die Pfanne gehauen haben würden.")
Bei dem Zurückgehen unseres Regiments war die begleitende Granaten-und Schrapnell-Musik doppelt unangenehm, denn alle Mannschaften sind durch
Nach Jahren erzählte mir Prinz Friedrich Karl bei einer Abendtafel, über welcherein großes Bild der Kapitulation von Metz hing, es sei bei Gelegenheit des letztgenanntenEreignisses von verschiedenen Momenten der Schlacht bei Mars la Tour die Rede ge-wesen, und Bazaine hätte auf die Frage, weshalb seine starke Kavallerie nicht die aufunserem linken Flügel befindlichen fünf Dragoner-Schwadronen zurückgeworfen, erwidert,daß man eine Falle vermuthet hätte, denn durch Ferngläser seien in einer Schlucht hinterden Dragonern Helmspitzen erkennbar gewesen. Man hätte nun geglaubt, daß dort In-fanterie verborgen lag und daß bei einer Attacke die Dragoner rechts und links ab-schwenken und die Französische Kavallerie dem Feuer der Infanterie preisgeben würden.Prinz Friedrich Karl war sehr amüsirt über meine Erklärung, daß jene Helmspitzen einemZuge unseres Regiments angehörten, welcher dort mit der Standarte zurückgelassen war,als wir zur Aktion zu kommen vermeinten.