Druckschrift 
Schönhausen und die Familie von Bismarck
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

Fürst Herbert r>, Bismarck.

Haag und ging im September im Gefolge des Kaisers nach Skierniewice,wo er znm Major ernannt wurde. Im Herbst desselben Jahres wurde ersür das Herzogthnm Lauenbnrg in den Reichstag gewählt und Anfang 1835in das Auswärtige Amt berufen, an dessen Spitze er im Frühjahr 1886 trat,nachdem er schon seit dem Sommer 1885 die Stelle des Staatssekretärs ver-waltet hatte. Er ist der einzige vom Kaiser Friedrich (April 1833) ernannteStaatsministcr. Als am 26. März 1896 Fürst Bismarck seine Entlassung er-halten hatte, erbat Graf Herbert unter dem gleichen Datum seinen Abschied undzog zu seinem Vater nach Friedrichsruh. Im Frühjahr 1891 siedelte er nachSchmehausen über, welches ihm sein Vater znm Wohnsitz einräumte. Besitzer vonSchmehausen ist er seit dem August 1892. Im Juni 1893 wurde er als Ver-treter seines hcineathlichen Kreises zum zweiten Mal in den Reichstag gewählt.

Seine Hochzeitsfeier fand am 21. Juni 1892 im Palais des GrafenPalffy zu Wien statt, wo er sich mit Gräfin Margnerite Malvine v. Hoyosvermählte, * zu Fiume 26. September 1871, Tochter des Grafen Georg, ausaltem Spanischen Geschlechte, und der Alice Whitehcad aus England.

Kinder: 1. Hannah Leopoldine Alice, * zu Schönhausen 22. No-vember 1893;

2. Maria Gödela, * zu Schönhauscn 4. März 1896.

3. Otto Christian Archibald, * zu Schönhansen 25. September 1897.Bei der am 18. Oktober 1897 vollzogenen Taufe standen Gevatter: FürstOtto v. Bismarck, Graf Archibald Rosebcrry, Fürst Christian Kraft v. Hohen-lohe-Oehringen, Graf Kuno v. Rantzau, Graf Edgar v. Hoyos :c.

Verwundung des Grafen Herbert.

(Aus seinem Kriegs-Tagebuch.)

16. August 1870. Schon um 4 Nhr wurde zum Satteln geblasen.Wir ritten bei Sonnenaufgang durch Thiaucourt, und die Kirchenuhr schlug 5,als wir es verließen. Wir waren als die ersten unterwegs, denn in den großenJnfanteriebivouaks wurde es erst bei unserem Vorbeiritt lebendig. Die Stim-mung war eine ernste und das alte SoldatenliedMorgenrvth" wurdewiederholt mit vielem Gefühl angestimmt. Nach etwa dreistündigem Marschwurde Kanonendonner vernehmbar, und unser Regiment ritt nunmehr vonSt. Hilaire, wo wir ursprünglich hatten bivouakiren sollen, in der Richtung aufden Kanonendonner zu. Es war ein wolkenloser heißer Tag, und die Sonnemachte sich mit jeder Stunde für Manu und Pferd mehr fühlbar. Bald