Brief des Fürsten an seine Braut.
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Brief an die Fürstin ans ihrer Brautzeit*)
s2>/2 Monat vor der Hochzeit).
Schönhausen, dm 10. 5. 1847.
Geliebte Tochter!
Wenn auch nur wenige, so doch einige Zeilen will ich von hier ausan Dich senden. Ich sitze am offenen Fenster, vor mir eine reizendeLandschaft. Schloß Arneburg im Centro der Fernsicht auf einer Höhedes Elbufers wie Schloß Blankenburg gelegen, links wird die Aussichtgruppirt durch einen waldbewachsenen Hügel, rechts Dorf Höhen-Göhrenmit einem hervorragenden Kircheudach. Die Seitendecoration schließt mitdunklen Laubschatten des Schloßgartens Schönhausen zu beiden Seitenmeines Blicks. Vor mir üppige Kornfelder, Elbufer, Segelboote, ungezählteDörfer, Kirchtürme, Herrensitze. Dicht unterm Fenster: Fruchtbaum-Gruppen, Teiche, grüner Rasen, Luzerueschläge. Neben mir schmetternfünf Nachtigallen liebliche Concerte. Das Zimmer, worin ich schreibe, imantiken Styl mit chinesischer Ledertapete decorirt, geräumig und hell, fördertden freien Athemzug der Brust. So gedenke ich Deiner und kann Direine liebliche Situation schildern. Wenn der Friede Gottes das Herz er-quickt, so wird die Umgebung Hierselbst ihn nicht verhindern. Dein gedenkendhabe ich auf dieser Stelle heute einsam am Morgen Dich auf meinenKniceu vor Gott seiner Obhut empfohlen, daß, wenn Dein Fuß hier dieStelle betrete, sein Segen Dein Geleitc sey; und meine Zuversicht ist inmeinein Herzen vor Gott nicht verworfen. Gottes Frieden und Segenwird Dein Geleitsmann sein, wenn Du hier fern von der Heimath eineneue Heimath erworben.
Flur und Wald und Stall und Haus habe ich hier alles erwogen,besehen, Alles gut befunden. Auch die Honoratioren des Dorfes H. Gärtneru. H. Prediger Schräder habe ich heute besucht und Ihr Wohlwollen fürDich mir gesichert. In einigen Stunden fahren wir nun wieder fort.Dieser Brief soll der Zeuge unseres Hierseins, der Zeuge meines treuenGedenkens au Dich seyn. In Liebe Dein treuer Vater
H. v. Puttkamer.
*) Beide Briefe auf dem gleichen Bogen geschrieben.Schmidt, Schönhaufen.
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