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Ferdinand v. Bismarck als Juncker und Kornet.
zwölf Jahren, obwohl noch zwei Jahre später die Brüder ihn nur „Unfernkleinen Dicken" nennen, in das Leib-Karabiniers-Regiment zn Rathenowein, welches, aus den Derfflinger-Dragonern gebildet, einst bei Rathenowund Fehrbellin, bei Hohenfriedberg und Kesselsdorf mit immer gleicherTapferkeit gekämpft hatte. Und zwar erlernte er den Dienst von derPicke auf, indem er sich wie die gemeinen Soldaten dem Pferdeputzen,sowie dem Stall- und Wachtdienst unterzog. Im Jahre 1785 rühmt derLieutenant v. Knobloch, „daß der Knabe ungemein dreist reite, indem er beimSchwadronsexerziren ans einem ganz kapriziösen, vom Pferdehändler geliehenenGaul vortrefflich gesessen habe". Dagegen erklärte sein Oberst v. Reppert,daß der „überkomplete Junker v. Bismarck" für eine Vorstellung vor demKönig doch zu klein sei, da er nicht dasselbe Kompliment riskiren möchte,welches der General v. Rohr wegen eines Junkers v. Flothow erhielt, näm-lich die Anfrage: „woher er denn das Brustkind genommen habe". Als dieseVorstellung später erfolgte, wies der große König den Knaben auf das Vor-bild seines tapferen Großvaters hin. Aus diesen ersten Jahren seinesDienstes erzählte er später seinen Söhnen, daß er jeden Morgen um 4 Uhrden Karabiniers ihren Hafer zumessen ließ. Aber auch am Tage war derDienst so anstrengend, daß er „aus Mangel an Zeit" Bücher, welche ihmgeliehen, ohne sie selbst zu lesen, seinem Vater übersendet, „da er den ansRemonte für längere Wochen abwesenden Wachtmeister vertreten muß undkeine Viertelstunde für sich verwenden kann". Das Ergebniß solcher strengenfrühzeitig militärischen Schule war eine eisenfeste Gesinnung, ein ent-schlossener Charakter und eine ihm für sein ganzes Leben verbleibende pein-liche Ordnungsliebe, die er auch von seinen Söhnen forderte. — DasPatent der Beförderung des Estandarten-Junkers zum Kornet datirt vom19. März 1790.
Wie einfach die Ansprüche der Junker und der Offiziere auch ineinem vornehmen Kavallerie-Regiment damals waren, geht daraus hervor,daß seine monatliche Zulage bis zum Jahre l789 nur 15 Rthlr., von daan 20 Rthlr. betrug, und daß er es nicht für unangemessen hielt, von einemKameraden einen getragenen blauen Manschesterrock, welcher neu 25 Rthlr.gekostet hatte, für 10 Rthlr. zu erhandeln, die er von seinem Vater alsaußerordentliche Unterstützung erbat, lieber den neuen Jnvalidenfonds schreibter, daß nunmehr ein Offizier nach zwanzigjähriger Dienstzeit 75 Rthlr. und