70 August als Führer eines Fähnleins.
dem Gewehr. Zu Finstingen, 8 Meilen von Straßburg, von einem Bruchdes rechten Schenkels geheilt, den ihm ein Pferd in einem Treffen völligzerschlug, „mußte er sich mit Hülfe einer Krücke nach Metz salviren, indemein Kaiserlicher Kapitain hatte laut werden lassen, er wolle ihn aufnehmenund solle er ihm 100 Rthlr. zur Ranzion geben". Ein anderes Mal stürzteer mit seinem Gaule, so daß er sich in einem verwüsteten Dorfe versteckenund sich hernach zur Heilung nach Basel begeben mußte, während sein Dienermit dem Pferde in die Hände der Feinde fiel.
Als eine wunderbare Ironie des Schicksals ist es zu erachten, daß erunter Bernhard von Weimar an jenen Kriegszügen theilnahm, als derenEndergebniß der Uebergang des Elsaß an Frankreich betrachtet werden muß,während die Zurückeroberung der alten deutschen Provinz seinem großenDescendcnten gelang.
Als nach dem Tode Bernhards die schwedische Armee in französischeDienste unter dem General Duc de Longueville übertrat, zog er mit seinemRegiment? durch das Elsaß nach Burgund und Frankreich. „Weil ihm aberdas Glück auf diesen Zügen nicht wohl wollte, erbat er von seinem Oberstendie Entlassung und mußte nach deren Ertheilung drei Pferde mit dem ganzenSattelzeug zurücklassen, obwohl er dem Regiment zehn Jahre und etlicheWochen treu gedient hatte." Er trat unter dem ihm sehr wohlgesinntenOberst v. Helmstedter in das Fuß-Regiment des Feldmarschalls Schmiede-berg, unter dem mehrere seiner alten Freunde dienten. Nunmehr zoger mit einigen Offizieren zur Anwerbung einer Kompagnie nach Basel, Aarau,Scherfhausen, Solothurn und Luzern, wo er mit Hülfe der ihm zur Ver-fügung gestellten Gelder 150 Mann anwarb. Während er auf Befehl desFeldmarschalls diese durch die Schweiz nach Savoyen und von Turin nachItalien führte, betrieb er das Werbegeschäft mit großem Fleiß und vielGlück weiter. Aber zwei Meilen von Turin empfing er infolge des Friedens,welcher mit den Spaniern wegen der Stadt Turin abgeschlossen war, denGegenbefehl zur schleunigen Umkehr. Mit seinen angeworbenen Soldatennach dem Elsaß zurückgekehrt, that er sich so rühmlich bei der Einnahmemehrerer Orte hervor, daß ihm der Feldmarschall und der Oberst v. Hoch-stedts? anboten, „das Fähnlein zu acceptiren". Infolge des Zuredens derOffiziere ging er darauf ein und „schwur auf dem Markte zu Homburg, der