ZO Vier Familien v. Bismarck.
Bibliothek zu Stolberg liegende Leichenpredigt die Mittheilung bringt, daß erzu Stralsund am 20. November 1594 als Sohn des Paul v. Bismarckund der Margarete Vythes geboren wurde, „deren beiderseitige Väter thcilsvornehme Kriegs-Offiziere, theils uralten adligen Geschlechtes gewesen sind".Der jüngere Bruder Christians, Paul v. Bismarck, war Lippescher Präfektzu Lemgos)
Wieweit zwischen den einzelnen namensgleichen Sippen verwandtschaftlicheBeziehungen obgewaltet haben und ob die genannten vier Familien auf einengemeinsamen Stamm zurückzuführen sind, ist nicht nachzuweisen. ImGegensatz zu Riedel, welcher das alte auf Bnrgstall schloßgesessene Geschlechtals eine besondere Familie behandelt, deren Ahnherren vom StädtchenBis mark nach dem von Albrecht dem Bären und seinen Nachfolgernmit Privilegien reich ausgestatteten Stendal verzogen — so daß bei ihnen dasWort „von"^) nicht sowohl ein Adelsprädikat als vielmehr ihre Herkunftbezeichnete — werden von anderer Seite die da und dort auftretendenTräger desselben Namens auf den Stamm eines Geschlechtes zurück-geführt, welches entweder vom Besitze des Ortes Bismark oder von einemBurgmannenverhältniß zu der dortigen im Lehensverbande zum BisthumHalberstadt stehenden Burg^^) den Namen annahm und sich nun in verschie-denen Zweigen nach Stendal, Prenzlau und der Priegnitz wendete, um dortneue Familien zu begründen.
*) 1616 zu Lemgo als Richter vereidigt, 1628 Amtmann zu Sternberg, vermähltmit Ursula Grote sin erster Ehe vermählt an den Bürgermeister zu Lemgo, HeinrichFlörcken), einer Tochter des Lippeschen Rathes Johann Grote zur Talle und der Gertrudab Hagen genannt Ortts. Nach des Schwiegervaters Tode fiel an ihn ein großer Theildes reichen Groitschen Güterbesitzes in der Grafschaft Lippe sowie Haus und HofGesecke. Von seinen Töchtern war Margarethe Catharine mit dem Amtmann HeinrichEckbert Erpbrokhausen zu Bückeburg und Ursula mit dem Rath und Drost des Hauses LippeBrake Tabbert (bis 1656 Obristwachtmeister) vermählt. Eine dritte Tochter vermählt anSimon Didrich Tilhennen. Den drei Töchtern gehörte 1667: V2 Hos zu Miste, 1/2 Burg-lehn zu Rüden, i/g zu Hemmerde, Va Zehnt zu Menzel, Nettelstadt und Heringhausen.
Im damaligen lateinischen Sprachgebrauch „a." oder „äs".
Nach Riedel, Gesch. des schloßgesesssnen adl. Geschlechts v. Bismarcks 15, haben sichfast alle älteren Städte und Flecken der Mark Brandenburg unter dem Schutze von Burgenund Schlössern gebildet. Nach Beckmann, Beschr. der M. Brandenb. V. 1, IX, 73 undWohlbrück, gesch. Nachr. von dem Geschl. v. Alvensleben I, 311, benennt man eine Stellebei der Stadt, welche noch in neueren Zeiten Spuren eines Grabens und eines Wallesmit darunter befindlichen verfallenen Gewölben zeigte, mit dem Namen des Burgwalles.