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Kloster Jerichow.
deutscher Kolonisten nach dem Slavenlande erreichte man verschiedene Vortheile.Zunächst wurden für die entvölkerten Gegenden neue Bewohner gewonnen.Sodann kamen jene in geschlossenen Zügen zur Besetzung eines ganzen Land-striches, während sie andere Strecken den bisherigen slavischen Bewohnernüberließen. Diese deutschen Ansiedler mit ihrer in sich geschlossenen Bevölke-rung gestalteten sich zu einem in den Rumpf des Wendenthums eingetriebenenKeil, welcher die slavische Volkseinheit allmählich auseinanderriß, so daß dieWenden als Volk ihre Bedeutung völlig verloren. Endlich erzielte man mitdiesen Kolonien, welche als eine kompakte Masse christlicher Bevölkerung dieheidnische Volksreligion im Wendenthum durchbrachen, einen missionirendcnErfolg.
Wie Anselm so für einen Wiederanbau seines verwüsteten bischöflichenSprengels sorgte, so versah er auch seinen Bischofssitz mit einem der Würdedesselben entsprechenden freilich erst nach seinemTode vollendeten (1175) Dombau.Ungefähr um dieselbe Zeit (1164) war der Bau der Kirche zu Jerichow mitden anderen Gebäuden des Klosters beendet.
Nachdem der Markgraf Rudolf von Stade (1144) auf seinem Zuge gegendie Dithmarsen erschlagen war, hatte der Erzbischof zu Bremen, Hartwig,der letzte vom Stamme des Stadeschen Hauses, seine Güter derart vertheilt,daß er dem Magdeburger Erzstift die Burg Jerichow, Altenplathow und andereBesitzungen überwies, dagegen einen Theil des Dorfes Jerichow mit einerbereits dort bestehenden Kirche und mit den Dörfern Gr. Wulkow und Redekinfür ein Prämonstratenscr-Stift legirte. Die nach Jerichow ziehenden Brüdervon der Stiftung des heil. Norbert wurden vom Marienkloster zu Magde-burg mit dem Dorfe Wendisch-(Klein-) Wulkow und vom Bischof Anselm mitden von Otto I. dem Havelberger Stift geschenkten Gütern der Marienburg(Kabelitz) mit elf zum Burgwartbezirk gehörigen wendischen Dörfern und mitdem bischöflichen Zehnten zwischen Elbe, Havel, Stremme und dem KlietzerSee ausgestattet. Weil der Platz bei der Dorfkirche dem Konvente für Uebungdes religiös-kirchlichen Lebens nicht genügte, vermittelte Anselm beim ErzstiftMagdeburg die Ueberlassung eines Theiles der Burg Jerichow, bisherim Lehensbesitz der Gebrüder Edlen von Jerichow, zur Erbauung derKirche und des Klosters auf einem außerhalb des Dorfes liegenden Platze.Auch verlieh er den Brüdern zur Unterstützung ihrer Missionsthätigkeit dasArchidiakonat im Lande zwischen Elbe und Havel mit Ausschluß der nördlichen