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Schönhausen und die Familie von Bismarck
Entstehung
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Die Elbdeiche.

Westlich wird Schönhauser: von der Elbe begrenzt. Die Entstehung derden Ort gegen den Strom schützenden Deiche ist auf die von Albrecht deinBären in die entvölkerte Altmark gerufenen Niederländer zurückzuführen. IhrBau wurde wohl in Absätzen angelegt, um nach und nach das Land dem Flussezu cutreißen. Schönhausen mit Einschluß der beiden Rittergüter hat nach derDeichrolle 1434 Ruthen 2 Fuß nach dem alten Längenmaß 13 Fuß Rhein-ländisch auf eine Ruthe Deiche zu unterhalten. Beim niedrigsten Wasserstandeist die Elbe an den schmälsten Stellen 45 Ruthen, an den breitesten 18V Ruthenbreit. Bei hohem Wasserstande aber nimmt der Strom das ganze, größten-teils durch Deiche beschränkte und eingedämmte Wintcrbett bis 3V0V Ruthen ein.

Ein besonders hoher Wasserstand ist aus den Jahren 1845,^) 185Vund 1855 zu verzeichnen. In letzterem Jahre stand das Wasser noch 3 Fußhöher als bei der großen Ucberschwemmung 1845, wenn auch die Gefahr sichweniger groß als damals erwies, weil die Deichdurchbrüche mehr unterhalbSchönhausens erfolgten. Wenn durch starke Regengüsse im Gebirge derSchnee im Frühjahr Plötzlich zum Schmelzen kommt, tritt die sonst ruhig inihrem Bett dahinfließende Elbe als ein gewaltiger Strom über die Ufer.Da ist es denn die Aufgabe des Deichhauptmanns, für die Bewachung derDämme und Deiche, für das Ausfüllen etwa entstehender Risse durch Sand-säcke und für den Schutz der gefährdeten Ländereien durch Nothdeiche zu sorgen.

Jahrelang^) hat der Fürst als Deichhauptmann von Schmehausensolcher Verpflichtung obgelegen. Im sturmgepeitschten Regen, wenn die gelbenWellen der Elbe gierig an dem schirmenden Damm zu fressen schienen, ist eroft meilenweit seinen Weg geritten und bei mancher Ueberschwemmung, welche

*) 1846 schreibt der Fürst an seine Schwester:Die Folgen der Ueberschwemmungmachen sich leider auf eine sehr verdrießliche Weiss im Garten bemerklich. Außer denvielen Hölzern, die ich im Winter schon als ausgegangen aus dein Bosquet genommenHabs, zeigt sich nun, daß sämmtliche noch übrigen Akazien und über die Hälfte der Eschentrocken sind, so daß wenig bleibt. 17 von den Linden am unteren Ende der großenAllee sind entweder schon todt oder doch augenscheinlich sterbend. Obst-, besonders Pflaumen-bäume gehen auch viele verloren. Im Felde und besonders in den Wiesen sind vieleStellen, wo die Vegetation ausbleibt, weil die obere fruchtbare Erdschicht fortgeschwemmt ist."

**) Im Februar 1846 schreibt der Fürst an seine Schwester:Ich soll hier mit dergewichtigen Charge eines Deichhauptmannes bekleidet werden. Die Annahme dieser Stellewürde entscheidend für die Wahl meines Wohnortes sein. Gehalt ist weiter nicht dabei,aber die Verwaltung der Stelle ist von Wichtigkeit für Schönhausen und die anderenGüter, indem von ihr vorzugsweise abhängt, ob wir gelegentlich wieder unter Wasserkommen oder nicht."