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einst Lütold VII. von der altern Linie an das Haus Habsburg ver-äussert, hatte sieb Adelheid von genanntem Grafen Rudolf für ihrHaus wieder erworben. Für 15 Mark erstand sie zuerst am 11. Mai1310 die Burg Balm selbst 1 ), wobei Rudolf versprach, dass sein SohnJohann, sobald er mündig geworden, die Burg ebenfalls aufgeben solle,während die Grafen Werner und Ludwig von Homberg sich für denTodesfall des Grafen für richtigen Vollzug verbürgten. — Und baldnachher, als die Freiin Adelheid und ihr Sohn Lütold sich durch denumfangreichen Verkauf an Konstanz wieder im Besitze grösserer Geld-mittel sahen, erkauften 1 sie am 11. Juni von Graf Rudolf auch nochsämmtliche Besitzungen in der Umgegend von Balm um 380 Mark 2 ),eben die Summe, welche Constanz direkt an den Grafen von Habsburgaushändigte. Mit dem von genanntem Kapitel geschuldeten Gelde be-friedigten der Freiherr und seine Mutter am 16. Juni desselben Jahresauch noch zwei andere Gläubiger, Ritter Pereginus von Jestetten 3 )und Kraft von Ebnat, die zusammen eine Forderung von 9 1 /a Markgestellt hatten. 4 ).
Die Burg Balm vermochte den Freiherrn aber nicht dauernd zuhalten. Ihm, der sich an ein wechselvolles Leben und an Gesellschaftguter Freunde gewöhnt hatte, mochte es dort oft allzu langweilig vor-kommen. So ist er denn im Herbste 1310 schon wieder in Zürich,wohin auch seine tatkräftige Mutter und Graf Rudolf von Habsburggekommen waren. Es scheint, als habe die energische Frau denGedanken gefasst, den drohenden Niedergang des Hauses aufzuhaltenund noch einmal eine solide Grundlage dafür herzustellen. Der ersteSchritt dazu war der Erwerb des Schlosses Balm gewesen, wodurchwieder ein fester Kern für die Herrschaft geschaffen worden war. Jetztlöst sie um 60 Mark die Mannlehen, welche Lütold von Graf Rudolf— noch ein Erbe von Freiherr Ulrich her — inne hatte, für ihrenSohn aus. Damit aber dieser in seiner leichtfertigen Art nicht ihrenPlan wieder vereiteln könne, lässt sie sich von ihm am 17. Oktober1310 versprechen, dass er diese Mannlehen weder verkaufen noch ver-
') Herrg., Gen. II,Ii, Nr. 708.
") Copialbuch Constanz Nr. 319, pag. 14.
") An dessen Gemahlin hatte er 1306 die Vogtei Winkel bei Bülachgeschenkt.
*) St. Arch. Zeh., Constanzeramt Nr. 118.