Druckschrift 
Geschichte der Freiherrn von Regensberg : Ein Beitr. z. zürcherischen Landesgeschichte
Entstehung
Seite
57
Einzelbild herunterladen
 

57

bedeuten ? Wesswegen braucht Lütold einen sichern Ort ? Offenbar warder Freiherr aus seiner Heimat geflohen und hatte in Ueberlingen einenverborgenen Zufluchtsort gefunden. Aber von welcher Seite ihm Gefahrdrohte, ob von einem Gegner oder vielleicht von seinen Gläubigern,erfahren wir nirgends und müssen dies daher auf sich beruhen lassen.Die verlangte Unterredung wurde ihm von seinem Vetter gewährt unddie betreffende Angelegenheit ins Heine gebracht 1 ).

Wahrscheinlich blieb Lütold VII. noch längere Zeit in Ueber-lingen, in dessen Nähe er wenigstens in Constanz am 16. März 1302noch eine Urkunde ausstellte. Diese zeigt uns den Freiherrn nochmalsin seinen Beziehungen zu den Nellenburgern, zu denen er stets ingutem Verhältnisse gestanden. Seine Schwägerin Agnes, die Gemahlindes Grafen Mangold von Nellenburg, hatte ihn schon früher als Vogtfür ihre Angelegenheiten erwählt 2 ). Jetzt, nach Mangolds Tode, stellteLütold gemeinsam mit ihr und ihrem Sohne, Graf Eberhard, sowiemit Graf Hugo von Werdenberg die Vogteien in Unter- und Ober-Hallau und zu Hemmental die er also nicht an Kudolf von Habs-burg abgetreten hatte zum Verkaufe aus. Bischof Heinrich von Con-stanz meldete sich als Käufer und erwarb jene Besitzungen um 480Mark, wovon freilich nur 285 Mark an den Hegensberger, der Rest andie übrigen Anteilhaber fiel 3 ). 18 Jahre später, am 15. Oktober 1320,übergab Lütold noch zu Alt-Regensberg ein Gut zu Weiach als Lehens-herr an Konrad den Escher von Kaiserstuhl 4 ).

Mit dem Datum dieser Handlung 15. Oktober 1320 istfür uns das Leben Lütolds abgeschlossen. Der Freiherr ist wohl indiesen Jahren gestorben. Es wird berichtet, dass er einen Sohn Ludwighinterlassen habe, und dass dieser da er wohl nichts mehr für seinenUnterhalt besass sein Leben als Conventual des Klosters Reichenau

Dies ist zu schliessen aus einer Urkunde, die Lütold VIII. am24. Mai 1297 von Regensberg aus erliess. Darnach gab der jüngere Frei-herr gegen 30 Scheffel Waizen Zürcher-Masses seine Ansprüche an ver-schiedene Höfe, darunter eben an denjenigen vonConrad tis dem Tal"auf und versprach, dem Kloster Riiti ein guter Freund für alle Zeit sein zuwollen (St. Arch. Zeh., Dipl., Rüti, pag. 729).

*) Als solcher hatte er z. B. 1287 seine Zustimmung gegeben, alsMangold die Vogtei Berau veräusserte. (Neugart II, pag. 321.)

') Schaffh. Reg., Nr. 283.

*) Keller-Escher, Die Familie Escher vom Glas.