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Geschichte der Freiherrn von Regensberg : Ein Beitr. z. zürcherischen Landesgeschichte
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immerhin waren dieselben den Bürgern der aufstrebenden Stadt wohljederzeit im Wege. In den Jahren nach Hartmanns Tode, als Budolfvon Habsburg in der Waadt und anderweitig zu tuu hatte, mochtenjene Edeln oft gewalttätig gegen ihre Umgebung vorgegangen sein *),vielleicht auch in Glanzenberg von den flussabwärtsfahrenden Schiffeneinen lästigen Zoll erhoben haben. Die Worte, die später Lütold vonHegensberg in den Mund gelegt wurden: »Die Stadt sei von seinenBurgen umgeben, wie ein Bischlein im Netze« bezeichnen wohl richtigdas Gefühl der Zürcher. Durch Glanzenberg konnte das Limmattal,durch die beiden Burgen Hegensberg der Weg zum Rheine abge-schlossen werden; die Uetliburg beherrschte die nächste Umgebung derStadt, Teile des rechten Seeufers standen ebenfalls bei den Freiherrn,und von Grüningen aus wurde das Oberland beherrscht. Dies Gefühlder Umgarnung musste zu einer Zeit, wo überall das Recht desStärkern galt, lähmend auf die Zürcher einwirken. Zwei Wege stan-den ihnen offen, die Lage günstiger für sie zu gestalten: entweder dieStadt schloss sich enge an die mächtigen Freiherrn an und suchte siedurch Einräumung verschiedener Vorrechte zur Respektierung und Be-förderung der zürcherischen Interessen zu veranlassen; oder es stelltesich die Stadt entschieden den Regensbergern gegenüber und suchtederen Macht mit Gewalt zu brechen.

Die Bürgerschaft entschied sich für den ersten Weg 2 ). Eine an-gesehene Gesandtschaft wohl die Mitglieder des kleinen Rateserschien auf dem Schlosse des Freiherrn Lütold und warb um seineFreundschaft. Dem mochten aber die Anerbietungen zu gering er-scheinen. Konnte er nicht ganz Herr der Stadt sein, so zog er es vor,sich in seiner Handlungsfreiheit in keiner Weise beschränkt zu sehen.Unverrichteter Dinge kehrte die Gesandtschaft zurück, und so sahZürich sich gezwungen, den zweiten Weg einzuschlagen. Die Bürger-schaft entschloss sich, denselben mit aller Energie zu verfolgen; eskam ihr zu Statten, dass um jene Zeit die Beziehungen zwischen den

*) Vergl. unten (pag. 61) das Verhalten Ulrichs gegen Wettingen.

*) Die Darstellung folgt hier dem Berichte der Gloggnerschen Chronik,die wir als eine im ganzen glaubwürdige Quelle annehmen dürfen; vgl.Excurs I.

Siehe ferner über diese Fehde: G. v. Wyss, Fraumünsterabtei, pag. 66und 68, sowie die bezügliche Anmerkung und: P. Schweizer,Die Anfängeder zürcherischen Politik" im Zürcher Taschenbuch 1888.