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Geschichte der Freiherrn von Regensberg : Ein Beitr. z. zürcherischen Landesgeschichte
Entstehung
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Lütold IV. Grossvater hatte einst das Kloster Fahr gestiftet, wosein und seiner Nachkommen Erbbegräbnis sein sollte. Dieses Frauen-klösterlein aber, aus einfachem Verhältnissen entstanden, genügte demaufstrebenden Freiherrn nicht mehr; unter dem Gotteshause Einsiedelnstehend, konnte es sich nicht frei entwickeln. Es blieb unselbständigund entbehrte grössern Reichtums an Land und Leuten. So mochtein dem mächtigen und stolzen Lütold IV. der Gedanke aufsteigen, einneues und unabhängiges Gotteshaus zu stiften, das von dem hohenGlänze seines Hauses Zeugnis ablegen und zugleich für die jüngernSöhne des Geschlechts, die sich etwa dem geistlichen Stande widmeten,eine gute Heimat sein sollte. Da war es denn von grossem Vorteilfür die neue Gründung, wenn sie einen so angesehenen Geistlichen, wieErzbischof Eberhard, unter ihre Gönner zählen konnte. In Salzburgmögen die beiden Brüder den Plan besprochen haben; Eberhard tratwohl warm für denselben ein, wie er denn später im Kloster Rüti auchstets als dessen. Wohltäter angesehen wurde. Doch vergiengen nocheinige Jahre, bis sich die Sache verwirklichen konnte, wozu nach derim Kloster Rüti selbst verfassten Stiftungsgeschichte ') allerdings nochein zufälliger Umstand den Anstoss geben sollte.

Im Jahre 1206 2 ) suchte Probst Ulrich von Churwalden mitseinem Prior Luther, die aus ihrem Kloster im Bündnerland vertriebenworden, Zuflucht bei Lütold von Regensberg 3 ). Diesem kamen sie nun

') Cartularium Rütinense, der Abhandlung Vögelms zu Grunde gelegt.

a ) Im Gegensatze zu Vögelin halte ich an der im Cartular von Rütiangegebenen Zahl 1206 fest (während jener annimmt 1208); der Verfasserdesselben arbeitete gewiss nach schriftlichen Quellen, wohl nach analistischenAufzeichnungen und setzte dann zur nähern Bestimmung noch einiges ihmBekannte hinzu. Sehr leicht ist nun zu erklären, warum er hier sagt: anno1206, unter Papst Innocenz III., König Philipp und Bischof Konrad II. vonKonstanz, während der letztere doch erst 1208 erwählt wurde. In der untenangeführten Urkunde vom 16. April 1209 heisst es nämlich : Graf Lütoldhabe seine Schenkung an Rüti rursus coram electo Constantiensi Chuon-rado eadem ratione qua et prius bestätigt. Der Verfasser des Cartulars,der diese Urkunde jedenfalls vor sich hatte denn gleich nachher bringter ihren Inhalt bezog nun eben dasrursus" auf Bischof Konrad, stattauf die Bestätigung; er schloss also, dass schon die Stiftung unter BischofConrad geschehen sei und fügte deshalb dem Jahre 1206 dessen Namen bei.

") Es ist dies wohl nicht zufällig, da ja Lütold, als Sohn einer Freienvon Vatz, im Kloster Churwalden, das mit den Herren von Vatz in naherVerbindung stand, nicht unbekannt sein konnte.