Druckschrift 
Geschichte der Freiherrn von Regensberg : Ein Beitr. z. zürcherischen Landesgeschichte
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen
 

sicli dem geistlichen Stande, in dem er es zu den höchsten Ehren undAViirden bringen sollte. Sein Lebensgang vor der Zeit, da er zum Erz-bischof von Salzburg erwählt wurde, ist nur wenig bekannt. Bald nachseiner Geburt ') muss sein Vater gestorben sein; schon früh wurde ernun der Fürsorge des Bischofs Diethelm von Constanz, der als einKrenkinger mit ihm verwandt war und deshalb einmal von ihm »Oheim«,d. h. hier Verwandter, genannt wird 2 ), übergeben. Bäsch hob ihn dessenGunst empor. 1190 erscheint er als Canonicus Eberhardus de Hegens-berg von Constanz 3 ). Schon 1196 wurde er zum Bischof von Brixengewählt, im Jahre 1200 dann zum Erzbischof von Salzburg. Was erals solcher gewirkt hat, gehört nicht mehr in unsere Darstellung. Auchspäter blieb er in Verbindung mit seinem Geschlechte und wird unsnoch einige Male entgegentreten.

Während er fern von der Heimat einen ausgedehnten Wirkungs-kreis gefunden hatte, trat sein Bruder das Erbe des Vaters an undverwaltete die ausgedehnten Güter, die ihm zugefallen waren.

Lütold IV.

Mit ihm trat ein Mann an die Spitze der Familie, der die Zeit-läufe für sein Haus trefflich zu benützen verstand. 1097 war denHerzogen von Zähringen die Eeichsvogtei Zürich zugesprochen worden.Da aber die Grafen von Lenzburg dieselbe noch in erblichem Besitzehatten, konnten die Zähringer ihren Einfluss hier nicht direkt geltendmachen. Anders gestaltete sich dies, als 1173 die Lenzburger ausstarben;jetzt stand die Eeichsvogtei Zürich uneingeschränkt bei den Zähringern.Und da nun in dieser Zeit Lütold IV. von Hegensberg seinen Besitzantrat, konnte er nichts vorteilhafteres tun, als sich diesen neuen Macht-habern zu nähern. So oft Herzog Berchtold IV. in die Gegend vonZürich kam, weilte wohl auch Lütold sammt seinem Verwandten Kon-rad von Krenkingen in seinem Gefolge 4 ). Diese Anhänglichkeit bliebdenn auch nicht unbelohnt. Wie an andere edle Geschlechter, so tratendie Zähringer wahrscheinlich auch an die Kegensberger Teile ihrer

') Diese darf nicht früher angesetzt werden, als etwa 1170, da Eber-hard erst 1246 starb, aber auch nicht später, da er schon 1190 als Domherrin Constanz genannt wird (siehe unten Anm. 3).

8 ) Meiller, Salzburg, Reg., pag. 197, Nr. 122.

3 ) Z. U. B. I, Nr. 353.

*) Z. U. B. I, Nr. 329, 339, 343. 358.