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angesetzt werden darf. Während der ältere, Lütold, dem Vater inseinen Besitzungen und Rechten nachfolgte x ), widmete der jüngere
unwahrscheinlich, ist, dass ein Angehöriger desselben zu einer so hohenStellung, wie diejenige des Erzbischofs von Salzburg war, aufsteigen konnte.Als Hauptgrund, dass Eberhard nicht aus dem Geschlechte derer von Truch-sen sein könne, wurde bisher angeführt, dass er selbst als sein VaterlandSchwaben bezeichne; denn in einer Urkunde für Kloster Salem in Schwabensage er: „Noverit Caritas vestra quod cum nos iam pridem ob favoris reli-gionis domus de Salem patriae nostrae remedio ac pro salute totius ecclesiaenostrae . . • dedissemus". Nun steht aber nach der neuesten Ausgabe dieserUrkunden (Codex Salemitanus I, 219) diese Stelle gar nicht so in der be-treffenden Urkunde, sondern statt: patriae nostrae remedio ist zu lesen:pro remedio animae nostrae, so dass also dieser Satz für uns keinen weiternWert hat.
Sehr vieles spricht dagegen dafür, ihn als einen Regensberger zubetrachten. Eine nicht viel nach seinem Tode abgefasste Chronik nenntihn einfach den Bruder Lütolds von Regensberg, ebenso eine am 8. Mai1219 durch Bischof Konrad von Konstanz ausgestellte Urkunde (Z. U. B I.396). Wenn Eberhard sich selber als frater conterinus des Freiherrn be-zeichnet, so kann dies ganz wohl auch den Sinn von „echter Bruder" haben,indem das Wort auch anderwärts in diesem Sinne gebraucht wird. Erz-bischof Eberhard sagt ferner in derselben Urkunde (Z. U. B. I, Nr. 392),dass auch er Erbe des Besitztums Lütold III. sei, was nur möglich ist,wenn er ein echter Sohn desselben war. Was das anbetrifft, dass er in denältesten Salzburger Inschriften heisst „von Truchsen", so kann dies, nachP. Hauthaler (Mittig. der Gesellsch. f. Landeskunde von Salzburg, Jahrg. 29,pag. 245—254, wo er auch dem Ergebnis von Vochezers Untersuchung zu-stimmt), ganz leicht in Folge eines Schreibfehlers entstanden sein. DaEberhard, bevor er zum Erzbischof erhoben wurde, das Bistum Brixeninne gehabt hatte, so wurde wohl zuweilen seinem Namen beigeschrieben„von Brixen". Eine ältere Form dieses Namens war aber „Brichsen, Prich-sen". Wie leicht konnte nun ein flüchtiger Schreiber dies verwechseln mit„Truchsen", zumal es im Erzbistum Salzburg auch Geistliche gab, die demGeschlechte dieses Namens angehörten. Da man nun ferner im Jahre 1315in Salzburg noch wusste, dass Eberhart aus Schwaben stammte, wollteman dies verbessern und machte daraus „de Truchsess" und anderseits„dapifer".
Ist jedoch Eberhard ein echter Regensberger, so ist es wohl begreif-lich, wie er zu der hohen Würde kommen konnte, die er einnahm. Denndie Regensberger waren weithin geachtet und als mächtige Herren bekannt,so dass es kein Wunder ist, wenn einer ihrer Angehörigen schon so jungzu solchen Ehren emporstieg.
') Wann der Vater starb, ist nicht bekannt, wahrscheinlich Anfangsder siebziger Jahre. Siehe pag. 22, Anmerk. 3.