Astronomie.
Cap. XI
65») Hicr kommen wir nun auf den Unterschied, denman.zwischen denjenigen Veränderungen, die man Säcu-lar-Aenderungcn nenne, und jenen machen muß, welcheeine mäßige Periode haden und sich nach furzen Zeilräu-men wieder ausgleichen. Wir zeigten z. B. hei unsererErörterung der Veränderung der Neigung einer gestörtenBahn, (Art. 614) daß wahrend jedes einzelnen Umlaufsdes gestörten Körpers die Ebene seiner Bahn, rücksicht-lich ihrer Neigung gegen diejenige deS störenden Körpers,abwechselnden Schwankungen unterliegt, welche sich bei-nahe gegenseitig wieder aufheben; es bleibt indessen hier-bei ein Theil der Veränderung übrig, der seinerseits nacheinem ganzen Umlaufe des störenden Körpers nahezu,jedoch nicht gänzlich ausgeglichen wird, sondern abermalseinen kleinen Unterschied zurücklaßt, welcher zu seinervölligen Ausgleichung einen ganzen Umlauf des Knotenserfordert, nach dessen Vollendung die Neigung wiederihre ursprüngliche mittlere Größe erlangt. Die zwei er-sten Ausgleichungen werden dadurch bewirkt, daß beidePlaneten nach und nach in jede Eonsiguration zu einan-der kommen, was in verhältnißmäßig kurzen Periodengeschieht, und man nennt daher die Aenderungen, welcheauf diese Art ausgeglichen werden, periodische, odervon den E o n fi g urati o n c n abhängige Aen-derungen. Die leztc Ausgleichung dagegen, welcheerst nach einem Umlaufe des Knotens seines von denElementen der Bahn) erfolgt und nicht von der ge-genseitigen Stellung der Planeten selbst abhängig ist,erfordert zu ihrer gänzlichen Vollführung einen unermeß-lichen Zeitraum, und die hierdurch sich ausgleichende Aen-derung wird, zum Unterschiede mit den vorigen, Sacu-larand erring genannt.
65») Um die Bewegungen eines gestörten Körpers,sey es ein Planet oder ein Satellit, genau darzustellen,müßen allerdings sowohl die periodischen als die Säcu-laränderungen der Elemente, oder die ihnen beiden ent-sprechenden Ungleichheiten in der Bewegung, berücksichtigtwerden; und zwar die erstem eigentlich noch mehr, alsdie lezlcrn, indem wir sehen, daß die Säcnlarunglcichhei-tcn in der That nichts anderes sind, als der Unterschied,