Druckschrift 
Die Lehren der Astronomie
Seite
384
Einzelbild herunterladen
 

ZHH Astronomie. Cap. Xk

durch eine entsprechende Abnahme derselben in der ent-gegeugcseztcn Gegend. Durch diese Veränderung wirddie Ekliptik jährlich um ocht,» dem Aequalor naher ge-bracht; aber nach dem, waS wir oben gesehen haben,wird diese Verminderung der Schiefe der Ekliptik einegewisse, sehr mäßige Grenze nicht überschreiten, nach de-ren Erreichung (was gleicbwolck erst nach einer uuernuß-licben Zeitperiode, die ein zusammengesezter, aus der ver-einigten Wirkung aller Planeten entspringender Eyclusist, geschehen w>rd) sie dann wieder zunehmen wird.Ans dstcse Weise oscillirt die Ekliptik diesseits und jenseitsnur eine gewisse mittlere Stellung, wobei die Größe ih-rer Ausweichung auf der einen und ans der andernSeite fast t» 2ck betragt.

.'>17) Eine von den Wirkungen dieser Veränderungder Lage der Ekliptik, diejenige nämlich, vermöge welcherdie Knoten derselben auf einer festen Ebene fortrücken,vermischt sich mit der Präccssion der Nachtgleichen (An.2<tt) und läßt sich von ihr nur durch die Theorie abson-dern. Diese leztgenannte Erscheinung beruht indessenauf einer andern Ursache, die zwar, aus einem allgemei-nen Gesichtspunkte betrachtet, mir den oben in Erwä-gung gezogenen Achnlichkcit hat, aber doch durch dieUmstände, unter welchen diese Erscheinung entsteht, be-sonders modisizirt wird. Wir wollen versuchen, diese Mo-dssicationen begreiflich zu machen, in so weit solches ohnedie Hülfe analytischer Formeln geschehen kann.

51») Die Präcession der Nachtgleichen besteht, wiewir im Art. 2l>g gezeigt haben, in einem beständigenZurückschrecken der Knoten des Erdäquators auf der Ek-liptik, und sie ist demnach offenbar eine Erscheinung, diein so weit mit dem allgemeinen Phänomen dcS Zurück-gehenS der Knoten der einen Bahn au> der andern Achn-lichkeit hat. Wegen der außerordentlichen Entfernungder Planeten, im Vergleich zu der Größe der Erde, undwegen der Kleinheit ihrer Massen, im Vergleich zu derder Sonne, kann aber die Wirkung von diesen, beider Erforschung der Ursache dieser Erscheinung, offenbarnicht in Betracht kommen, und wir müssen deshalb zuihrer Erklärung unsere Blicke auf die große, obgleich enr-