Astronomie.
Eap. IX
der wellenförmigen Biegungen bei einem ganzen Umlaufeum die Sonne nicht mehr als iz betragt, und daß diewirkliche Abweichung derselben von der allgemeinen El-lipse, die ihnen alS Ccntrallinic dient, verhaltnißmaßigweit kleiner ist, so klein in der That, daß jeder Theilder sowohl von der Erde, als von dem Monde beschrie-benen Curve gegen die Sonne hin concav ist. DieAusweichungen der Erde aus jeder Seite der Ellipse sindinsbesondere so äußerst gering, daß sie sich kaum erkennenlassen. In der That liegt der'Schwerpunkt der Erdeund des Mondes beständig innerhalb der Oberflächeder erster», so daß die monatliche Bahn, welche der Mit-telpunkt der Erde um jenen gemeinschaftlichen Schwer-punkt beschreibt, einen kleinern Raum umfaßt, als derUmfang der Erde selbst. Dessenungeachtet ist die Wir-kung davon merkbar, denn es entsteht daraus eine schein-bare monatliche Vcrrückung der Sonne in der Lange,welche parallactischcr Art ist und die monatlicheGleichung genannt wird. Der größte Betrag dersel-ben ist indessen immer noch geringer, als die Horizvntal-parallare der Sonne, oder als g,6 Sekunden."
452) Der Mond ist, wie wir gesehen haben, etwa 00Halbmesser der Erde vom Mittelpunkte der leztcrn ent-fernt. Der Abstand desselben von seinem Anziehungsmit-telpunkte ist deßhalb, nach diesem Verhältniß gerechnet,weit geringer, als der Abstand der Planeten von demihrigen, indem Merkur, als der der Sonne nächste Pla-net, schon »4, und Uranus 202k Halbmesser der Sonnevom Mittelpunkte derselben entfernt sind. Wegen dieserNähe bleibt der Mond als ein Trabant an die Erdegefesselt. Wäre er beträchtlich weiter von uns entfernt,so würde die Anziehung der Erde zu schwach seyn, um,in der Bewegung des Mondes um die Sonne jene ab-wechselnde Beschleunigung und Verzögerung zu bewirkendie ihm den Charakter eines unabhängigen Planetennimmt, und seine Bewegungen denen der Erde unter-würfig macht. Es würde alsdann der eine der beidenKörper, bei ihren gemeinschaftlichen Umläufen um dieSonne, dem andern, je nach den relativen Dimensionenihrer heliocentrischen Bahnen, dem dritten Keplcr'schen