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Astronomie.
Cap. VI.
35l)) Die Anwesenheit des vollständigen Kreisesder Selieibe, selbst wenn der Mond nicht voll ist, folgtindessen nicht allein ans den Sternbcdccknngen und Son-nenfinsternissen, sondern man kann sich auch davon, wennder Mond im Annehmen oder Abnehmen ist, einigeTage nach und vor dem Neumonde mit unbewaffne-tcm Ango überzeugen, indem man ihn dann alseinen blassen runden Korper erblickt, an welchem diehelle Sichel befestiget zu seyn scheint, die sogar etwasüber seinen Umriß hervorragt (was eine optische Täu-schung ist, welche aus der größeren Intensität ihresLichtes entspringt). Die Ursache dieser Erscheinung sollsogleich erklart werde». Inzwischen genügt die That-sache, um darznthnn, daß der Mond nicht, wie dieSonne, ei» se l b st le u ch t en d er Kbrper sey, sonderndaß er sein Licht anderswoher erhalte. Auch entsprichtseine wachsende Gestalt, die regelmäßig von einer ganz
Rande der Mondsscheibe »nd noch innerhalb derselben fort-zurücken, ehe er verschwindet, und dieses zuweilen bis zueiner beträchtlichen Tiefe. Ich selbst habe zwar niemalsdiese seltsame Erscheinung beobachtet, aber sie hat ganz un-zweifelhafte Zeugnisse für sich. Ich habe sie eine optischeTäuschung genannt; allein es ist auch leicht mög lieb, daßin solchen Fällen ein Stern durch eine tiefe Spalte i» derSubstanz des Mondes wirtlich hindurchseheinet. Die Bede-ckungen nahe a» einander stehender Doppclsterne sollten sehrgenau beobachtet werden, theils um zu erfahren, ob beideSterne auf gleiche Weise so aus der Mondscheibe Proji-cier werde», theils auch für andere Zwecke, welche mit derTheorie derselben im Zusamnienhange stehen. Ich will nureinen einzigen andeute», nämlich, daß ein Doppelstcrn vonzu großer gegenseitiger Nähe, um ihn mit irgend einemFernrohre getrennt sehen zu können, doch durch die Artseines Verschwindeiis als doppelt erkannt werden kann.Sollte z.B. ein beträchtlicher Stern, statt augenblicklich undvollständig zu erlöschen, in zwei verschiedenen Momentenverschwinden, die jedoch schnell aufeinanderfolgten, indemer zuerst einen Theil, und dann den Rest seines Lichtesverlöre, so könnten wir mit Sicherheit daraus schließen,daß es ein Doppelstern seh, obschon wir die beiden Bestand-theile desselben nicht getrennt zu sehen vermögcn. —
Der Verfasser.