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Astronomie.
Cap. V.
achten wir aber den Ort der Sonne ein ganzes Jahrhindurch jeden Tag mit dem Passagcninstrumcnte unddem Mauerkrcise, und berechnen wir daraus die Langefür jeden Tag; so werden wir auch dann finde», daßihre scheinbare Winkclbewegung in ihrer eigenthümli-chen Bahn noch lange nicht gleichförmig ist. Die Ver-änderung der Lange in 24 mittlern Sönncnstundcn be-tragt i m Durchschnitt 0° 60' 8",33 z aber um dieZeit dcS 31. Dezembers betragt sie 1"1'9",9, undum die Zeit des ersten Jnly nur 0"57'11",S. Die-ses sind die äußersten Grenzen und die mittlere Größeder scheinbaren Winkelgeschwindigkeit der Sonne in ih-rer jahrlichen Bahn.
291) Diese Veränderung ihrer Winkelgeschwindig-keit steht in Verbindung mit einer einsprechenden Ver-änderung ihrer Entfernung von uns. Die Veränderungder Entfernung wird daraus erkannt, daß man in ih-rem scheinbaren Durchmesser eine Veränderung bemerkt,wen» man denselben in verschiedenen Jahreszeiten miteinem dazu geeigneten Instrumente, dem sogenanntenHeliometer*), mißt, oder wenn man ihn aus derZeit berechnet, welche die Sonnenschcibe braucht, umim Mittagsfernrohre durch den Meridian zu gehen.Der größte scheinbare Durchmesser entspricht dem 31.Dezember, oder der größten Winkelgeschwindigkeit, undbeträgt 32"33",6; der kleinste beträgt 31,31",V undentspricht dem ersten Julius; zu welchen Epochen, wiewir gesehen haben , die Winkelgeschwindigkeit ebenfallsihre beiden äußersten Grenzen erreicht. Da wir nunnicht annehmen können, daß die Sonne ihre wahreGröße periodisch verändere, so kann die beobachteteVeränderung ihrer scheinbaren Größe nur aus einerwirklichen Veränderung ihrer Entfernung entspringen.Und da die Sinns oderTangenten solcher kleiner Bögenden Bögen selbst proportional sind, so müssen die Entfer-nungen der Sonne von uns, zu den vorhin erwähntenZeiten, sich umgekehrt verhalten, wie die scheinbaren
*) Von die Sonne, und t'erpeu', messen.