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Astronomie.
Cap. IV.
der Nachtgleichen, oder der Präcessio», und ausden letzteren crgicbt sich eine andere besondere Erschei-nung, welche man das Schwanken der Erdare, oder dieNntation, nennt. Diese beide» Erscheinungen gehö-ren zwar theoretisch einem und demselben allgemeinenCapitel an, und sind genau mit einander verbunden,indem sie einen Theil einer großen und complieirtenKette von Folgerungen bilden , welche sich auö der Um-drehung der Erde um ihre Are ergeben; aber der grö-ßer» Deutlichkeit wegen wird es vortheilhaft seyn, sieeinzeln zu betrachten.
265) In Folge des gleichförmigen Theiles der Be-wegung des Poles hat man nun gefunden, daß er amHimmel einen Kreis beschreibt, dessen Mittelpunkt derPol der Ekliptik ist, indem er bestandig in derselbenEntfernung von diesem , nämlich 23" 28", in der Rich-tung von Osten nach Westen, und mit einer solchenGeschwindigkeit sich bewegt, daß der jahrliche, in die-ser seiner imaginären Bahn von ihm beschriebene Win-kel 59",19 beträgt, so daß der ganze Kreis von ihmin der oben erwähnten Zeit von 25868 Jahren durch-laufen wird. Es läßt sich leicht einsehen, wie einesolche Bewegung des Poles die rückgängige Bewegungder Nachtgleichcnpunkte herbeiführt; denn wenn (Fig. 37.)dcrPol ?, im Verlaufe seiner Bewegungen in dem klei-nen Kreise 90? um ^ herum, nachC kommt, so muß,weil die Lage des Aeguinoctialkreises izvy durch die-jenige des Poles bestimmt wird, ersterer offenbar eineandere Lage annehmen, und zwar die Lage iziiy, welchein jedem Theile von der neuen Lage kl pcs Poles um99" entfernt ist. Der Punkt A, »der der neue Nacht-gleichenpnnkt, in welchem der veränderte Aegninoctial-^reis die Ekliptik schneidet, muß deshalb ans derjenigenSeite von V, seinem ursprünglichen Orte, liegen, gegenwelche die Bewegung des PoleS gerichtet ist, d.h. nachWesten.
266) Das Vorrücken der Nachtglcichen, ans die-sem Gesichtspunkte betrachtet, besteht demnach in einerwirklichen, aber sehr langsamen Bewegung des Welt-poleö, die in einem kleinen Kreise um den Pol der