Astronomie.
Gap. IV.
entstanden, daß die Jahreszeiten von der Declinationder Sonne abhängig sind, was im nächsten Capitel er-klärt werden soll. Der Kreis welcher durchdie Pole der Ekliptik nnd des Aequmoctialkreises gebt,heißt der S olst i tiar colur, und ein Meridian ?VP^,welcher durch die Nachtgleichenpunkte gezogen wird, heißtder Aequinoctialcol n r.
L39) Da die Ekliptik eine bestimmte Lage am Stern-himmel hat, so kann sie, gleich dem Aequinoctialkreise,benutzt werden, um die Lage der Sterne durch Kreiseauf sie zu beziehen, welche von ihren Polen aus durchdie Sterne gezogen werden und deshalb senkrecht auf ihrstehen. Dergleichen Kreise nennt man in der Astrono-mie B r e i t e n k r c i se. Der Abstand eines Sternes vonder Ekliptik auf die Breitenkreise gemessen, welcher durchden Stern geht, heißt die Breite des Sterns; undder Bogen der Ekliptik, welcher zwischen dem Frühlings-nachtglcichenpunkte und jenem Kreise liegt, heißt dieLänge des Sterns. In Fig. 37. soll X einen Sternbezeichnen, ?X!i einen durch denselben gezogenen Decli-nationskreis , durch welchen derselbe auf den Aequiuoc-tialkreis bezogen wird, und KXV einen Breitenkreis,durch welchen der Stern auf die Ekliptik bezogen wird.So wie mm vii die gerade Aufsteigung und ItX dieAbweichung oder Declination des Sternes X ist, so istauch VI' seine Länge und IX seine Breite. Die An-wendung der Ausdrücke „Länge" und „Breite" indiesem Sinne scheint daraus entstanden zu seyn, daßman die Ekliptik als eine Art von natürlichem Aequa-ror des Himmels betrachtete, wie der Erdäquator es fürdie Erde ist. Der erstere behauptet eine unveränderlicheLage in Bezug auf die Sterne, so wie der letztere inBezug auf die Standpunkte auf der Oberfläche der Erde.Die Richtigkeit dieser Bemerkung wird sogleich nahereinleuchten.
2öl)) Kennt man die gerade Aufsteigung und dieAbweichung eines Himmelskörpers, so kann man seineLange und Breite finden, und umgekehrt. Dieses Pro-blem ist von großein Nutzen in der gesummten Astro-nomie. Die Auflösung desselben ist folgende: In Fig. 37