Astronomie.
«5op. IV.
so daß, abgesehen von der Wichtigkeit, die dieser leuch-tende Himmelskörper für nns in andern Hinsichten hat,wir zuvörderst durch die Erforschung der Gesetze seinerBewegungen uns zu einer Kenntniß derjenigen aller an-dern Himmelskörper unseres Systemes erhebe» müssen.
236) Die Ekliptik, welche die scheinbare Bahn derSonne unter den Sternen ist, wird von ihr durchlau-sen in einer Zeitperiode, die man das siderische Jahrnennt, welches ans 363 Tagen 6 Stunden 9 Minuten9,6 Sekunden mittlerer Sonnenzeit, oder aus 366 Tage»6 Stunden 9 Minuten 9,6 Sekunden Sternzeit besteht.Der Grund dieses Unterschiedes (und es ist der nämliche,von welchem auch der Unterschied zwischen Sonne» - undSternzeit herrührt) beruht darauf, daß die scheinbarejahrliche Bewegung der Sonne unter den Sternenin einer der scheinbaren täglichen Bewegung von Sonneund Sternen entgegengefetzten Richtung statt findet, undes also auf eins hinauskommt, ob die tägliche Bewe-gung der Sonne um fo viel langsamer wäre, alsdiejenige der Sterne, oder ob die Sonne hinter ihnenin ihrem täglichen Laufe zurückbliebe. Wenn dieses einganzes Jahr lang fortgedauert hat, so wird die Sonnehinter den Sternen um einen ganzen Umfang des Him-mels zurückgeblieben seyn, oder mit andern Worten, dieSonne wirb i» einem Jahre einen tägliche» Umlaufweniger gemacht haben, als die Sterne; so daß derselbeZeitraum, welcher 366 Tage 6 Stunden u. s. w. Stern-zeit beträgt, nach mittlern Sonnentagen, Stunden u.s. w.gerechnet, 363 Tage 6 Stunden u. s, w. ausmacht.SMwäre denn das Verhältniß zwischen dem mittler»Sonnentage und dem Sterntage festgestellt, und es läßtsich,..ans einen Decimalbruch redncirt, durch 1,99273791zu 1 ausdrücken. Die Messung der Zeit nach diesenverschiedenen Maaßstäbe» läßt sich mit derjenigen desRaumes nach den Rormalfnßen oder Ellen von zwei ver-schiedenen Ländern vergleichen; ist das Verhältniß der-selben einmal festgestellt, so kann es »je zu einer Quellevon Irrthum werden.
237) Die Lage der Ekliptik am Himmel können wirfür unsern gegenwärtigen Zweck als unveränderlich be-