Astronomie.
Cap. III.
aller Landestheile über dem Meeresspiegel, und die De-pression des Meeresbettes unter die allgemeine Oberflache,so weit sich das Meer nur erstreckt, mit umfaßt. Letz-teres läßt sich , obschon mit Schwierigkeit und langsam,durch directes Sondireg ausmitteln; und ersteres durchzwei besondere Methoden. Die eine besteht nämlich mtrigonometrischer Messung der Höhendifferenzen allerStandpunkte bei einer Landeraufnahme; die andere da-gegen in der Anwendung des Barometers, dessen Prin-cip eigentlich ganz identisch mit demjenigen des Senk-bleies ist. In beiden Fallen messen wir den Abstand desPunktes, dessen Niveau wir in Bezug auf die Oberflächeeines im Gleichgewichte befindlichen Oceans zu erfahrenwünschen; nur ist es in dem einen Falle ein Wasser-ocean, und in dem andern ein Lnftocean. In dem einenFalle ist unser Senkblei ein wirkliches und fühlbares, indem andern ein imaginäres, das mittelst der Lange derQuecksilbersäule gemessen wird, welcher die darüber lie-gende Lust das Gleichgewicht zu halten vermag.
238) Nehmen wir an, daß die Erde und der Oceanstatt der Lust, mit Oel bedeckt waren, und daß dasmenschliche Leben unter solchen Umständen bestehen könnte,
(Fig. 36.) sey ein Cvntinent, wovon der Theilaus dem Wasser hervorragt, aber mit Oel bedecktist, welches auch auf dem ganzen Ocean mit gleichför-miger Tiefe schwimmt; alsdann brauchten wir nur, wennwir die Tiefe irgend eines Punktes v unter dem Mee-resspiegel erfahren wollten, ein Senkblei von i? ausniederzulassen. Wünschen wir aber die Höhe von iz überdemselben Spiegel zu erfahren, so brauchen wir bloseinen Schwimmer von ans auf die Oberfläche desOeles emporsteigen zu lassen; und haben wir das-selbe bei L, eine m Punkte a m M eeresspiegelgethan, so giebt die Differenz der beidenSchwi m m e r sch nnren die fragli ch e Höh e.
239) Obgleich mm die Atmosphäre sich vom Oeledarin unterscheidet, daß sie nicht eine eben so bestimmtepositive Oberfläche hat, und daß man nicht einenSchwimmer aufsteigen lassen kann, der für einen solchenZweck angemessen wäre, so besiht sie doch alle Eigen-