Ausgleichung der Passatwinde.
145
seyn würde, cs der neuen Oberfläche, über welche sieihr Weg führt, an Geschwindigkeit gleich zu thun.Deshalb müssen die Luftströmungen, welche aus Nor-den und Süden sich gegen den Aeguator wende», wäh-rend sie über die Oberfläche streichen, zu gleicher Zeitzögern oder zurückbleiben, und in einer Richtung, welcheder Umdrehung der Erde e n t g e g e n g c se tz t ist, d.h. von Osten noch Westen, sich uns der Ober-f l ä eh e fort w älze ». 3lnf diese Weise erlangen dieseStrömungen, die ohne die Umdrehung der Erde nurnördliche "und südliche Winde seyn würden, eine rela-tive Richtung gegen Westen, und nehmen den Cha-rakter permanenter nordöstlicher und südöstlicher Windean.
197) Würde eine beträchtliche Luftmasse aus denRegionen außerhalb der Wendekreise plötzlich unterden Aeguator versetzt, so würde die Differenz der denHeide» Orten zukommenden Umdrehungsgeschwindigkei-ten so groß seyn, daß nicht blos ein Wind, sondernein Sturm von der zerstörendsten Heftigkeit entstehenmüßte. Aber eine so plötzliche Versetzung findet nichtstatt: der Zufluß der Luft ans Norden und Südenerfolgt nach »ud nach, und während dieser Zeit wirktdie Erde beständig ein, und beschleunigt vermöge derFrietion ihrer Oberfläche die Umdrehungsgeschwindigkeitder Luft. Angenommen, das Fortschreiten der Luft ge-gen den Aeguator hin höre an irgend einem Punkteauf, so würde diese Ursache ihr fast unmittelbar diefehlende Umdrehunasbewegung mittheilen, woraus siemit der Erde gleichmäßig umlaufe» und in relativerRuhe sich befinden würde. Wir brauchen nur an dieverhältnismäßige Dünne der Hülle zue>innern, welchedie Atmosphäre um die Erdkugel bildet (Art. 34.), unda» die unermeßliche Masse der letztern, im Vergleichemit ersterer (welche sie wenigstens hundert Millionen-mal übertrifft), um die absolute Herrschaft cineSausgebreiteten Landstriches der Erde über die unmittel-bar auf demselben lagernde Atmosphäre, rück'sichtlichder Bewegung, gehörig zu würdigen.
198) Es folgt also hieraus, daß, so wie sich die