Cap. II. Auffindung der Fehler der Instrumente.
stige astronomische Hauptlinien und Kreise habe, odernicht, die es doch besitzen muß, um seinen Zweckengehörig entsprechen zu können.
109) Was nun die beiden ersten Classen von Fehlernbetrifft, so muß bemerkt werden, daß sie, insoserne sienicht auf bekannte Gesetze zurückgeführt und dadurchGegenstände der Berechnung und Berücksichtigung wer-den können, die Resultate aller Beobachtungen , bei wel-chen sie vorkommen, in der That um ihren vollen Be-trag fehlerhaft macheu. Da sie indessen ihrer Naturnach zufällig sind , so fallen ihre Wirkungen nothwendigbald auf diese, bald auf jeue Seite, indem sie nämlichmanchmal dazu beitragen, die Resultate zu vermindern,und manchmal, sie zu vergrößern. Deshalb kann maudiese Classe von Fehlern auf die Weise beseitigen,daß man die Beobachtungen, unter verschiedenartigenUmständen, sehr vervielfältigt, und den mittlernDurchschnitt ihrer Resultate nimmt, so daß dieFehler sich einander aufheben, und irgend einen theore-tischen, oder praktischen Schluß nicht auf eine merklicheWeife fehlerhaft werden lassen. Dieses ist gegen solcheFehler das große und wirklich einzige Hülfsmittel, wel-ches nicht allein der Astronom anwendet, fondern jeder,der in irgend einem Fache physischer Forschung numeri-sche Resultate zu erlangen sucht.
110) Was die Fehler der Berichtigung und derAusführung der Instrumente anlangt, so muß mannicht allein die Möglichkeit, sondern die Gewiß-heit ihres Vorhandenseyns, in jeder denkbaren Gestalt,bei allen Instrumenten voraussetzen. Menschliche Händeoder Maschinen, bildeten nie einen Kreis, zogen nieeine gerade Linie oder errichteten ein Perpendikel, ganzgenau, noch berichtigten sie ein Instrument ganzvollkommen, außer durch Zufall, und auch dannnur für einen Augenblick. Dieses hindert indessen nicht,daß eine große Annäherung an alle diese/Anforderungenerreicht werde. Es ist aber eine Eigenthümlichkeit derastronomischen Beobachtung, daß sie das letzte Mit-tel d e r Eutde ck ung aller mechanischen Mängel ist,die bei ihrer Kleinheit jeder andern Entdeckungsweise