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Die Lehren der Astronomie
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3l> Astronomie. Cap. I.

Sonnenuntergange beobachten kann, entspringt ans derraschen Zunahme der Strahlenbrechung, während sichdie Sonne dem Horizonte nähert. Würde jeder sicht-bare Punkt im Umfange der Sonne gleichförmig durchdie Strahlenbrechung gehoben, so würde die Sonneimmer kreisförmig, obschon von ihrem wahren Orteverseht, erscheinen. Da aber die unteren Theile mehrgehoben werden, als die obern, so wird der vertikaleDurchmesser dadurch verkürzt, wahrend die beiden Ex-tremitäten ihres horizontalen Durchmessers auf gleicheWeise und in parallelen Richtungen gehoben werden,so daß seine scheinbare Länge dieselbe bleibt. Die (inder Regel) ausgedehnte Größe der Sonne, oder desMondes, nahe am Horizonte, wahrend sie hoch amHimmel kleiner erscheinen, hat mit der Strahlenbre-chung nichts zu thun. Sie ist eine Täuschung des Ur-theils , welche aus den zwischenliegenden, oder mit ih-nen genau verglichenen, terrestrischen Gegenständen ent-springt. In dieser Lage erblicken und beurtheilen wirSonne und Mond, wie wir es bei terrestrischen Gegen-standen zu thun gewohnt sind, nämlich stückweise, undmit einer angenommenen Gewohnheit, unsere Aufmerk-samkeit auf Theile zu richten. In der Höhe haben wirkeine solche Verbindungen, die uns leiten könnten, undihr isolirter Stand am Firmamente tragt eher dazu bei,ihre scheinbaren Größe» zu gering, als zu hoch zu schä-tzen. Wirkliche Messung mit einem geeigneten Instru-mente verbessert unsern Irrthum, ohne indessen unsereTäuschung zu zerstreuen. Auf diese Weise erfahren wir,daß die Sonne, wenn sie gerade am Horizonte steht,in unsern Augen fast ganz genau denselben Winkel, derMond aber einen beträchtlichen kleinern bildet, alswenn sie in großer Höhe am Himmel gesehen werden,was von der Wirkung der sogenannten Parallaxe her-rührt, die sogleich erklart werden soll.

48) Nach dem, was von der geringen Ausdehnungder Atmosphäre im Vergleiche zur Masse der Erde ge-sagt worden ist, stehen wir nicht im Geringsten an, an-zunehmen , daß diejenigen leuchtenden Körper, welcheden Himmel anfüllen und schmücken, und welche, wäh-