Cap. l- Sttahlnibrcchung.
Oderfläche ans, sich gleich bleibt. Man kann sich des-halb die Luft als aus mehreren über einander gelager-ten Schichten bestehend denken, von denen jede die Ge-stalt einer sphärischen Hülse besitzt, und mit der allge-meinen Oberfläche von Meer und Land concentrisch ist,und von denen jede auch verdünnter, oder specifischleichter, als die unmittelbar vorhergehende, und d i ch-te r, oder specifisch schwerer, als die unmittelbar nach-folgende ist. Diese Art der Vertheilung der wägbarenLuftmasse ist eine nothwendige Folge der Gesetze^desGleichgewichtes der Flüssigkeiten, und die Resultate die-ser Gesetze stehen, wie sich ans barometrischen Beob-achtungen ergiebt, in vollkommenem Einklänge milderErfahrung.
Es muß indessen bemerkt werden, daß mit dieserVertheilung der atmosphärischen Schichten die Uneben-heiten von Bergen und Thälern nichts zu thun haben.Diese haben nicht mehr Einfluß auf Modifikation derallgemeinen sphärischen Gestalt der Atmosphäre, als dieUnebenheiten auf dem Grunde des Meeres den allge-meinen sphärischen Character seiner Oberfläche aufheben.
38) Die Eigenschaft, welche die Luft gemeinschaft-lich mit allen durchsichtigen Mitteln besitzt, die Licht-strahlen zu brechen, oder sie von ihrer geraden Rich-tung abzulenken, macht eine nähere Kenntniß der Be-schaffenheit der Atmosphäre für den Astronomen wichtig.Vermöge dieser Eigenschaft erscheinen Gegenstände, welcheman in schräger Richtung durch die Atmosphäre er-blickt, an einer andern Stelle, als sie derselbe Beob-achter sehen würde, wenn keine Atmosphäre vorhandenwäre. Sie erzeugt also in unserm Geiste, in Bezugauf die Orte, der einzelnen Gegenstände, einen falschenEindruck, der auf die Weise berichtigt werden muß,daß man den Betrag und die Richtung der so scheinbarbewirkten Versetzung eines jeden ausmittelt, ehe maneine Kenntniß der wahren Richtungen erlangen kann,in welchen sie von uns aus in irgend einem bezeichnetenMomente sich befinden müssen.
3ll) Angenommen, ein Beobacbter stehe in^., (Fig. 4.)einem Punkte der Erdoberfläche k, und IH, lVlm,