Druckschrift 
Die Lehren der Astronomie
Seite
12
Einzelbild herunterladen
 

12

Astronomie.

Cap. l.

gen die Oberfläche bin gedruckt wird, die Schenkel sichöffnen, und das Richtscheit immer mehr einer gera-den Linie sich nähern muffe, jedoch vollständigeGeradlinigkeit nicht eher erreichen werde, all! bis fflmit der Oberfläche der Kugel bei m in vollkommenerBerührung steht; in diesem Falle wird die ganze Längeder beiden Schenkel bei in eine Tangente der Kugelbilden, wie die Linie x,^.

24) Dieses erklärt, was unter Depression desHorizontes zu verstehen ist. Die Linie in, wel-che bei in auf die allgemeine Oberfläche der Kugelsenkrecht fällt, ist auch die Richtung, in welcher einBleiloth*) hängt; denn es ist eine beobachtete That-sache , daß in allen Lagen, an jedem Theile der Erde,die Richtung eines Bleilothes vollkommen perpendikulärzur Oberfläche des ruhigen Wassers ist, und daß sieferner auch vollkommen perpendikulär auf eine Linieoder Fläche fällt, welche mittelst einer Weingeistli-belle**) gehörig adjustirt ist. Angenommen nun,daß wir auf unserm Standpunkte ffl eine Linie (z. B.ein hölzernes Richtscheit) mittelst einer Weingeistlibellevollkommen genau adjustirt hätten, so wird, wenn wiruns die Richtung dieser Linie auf beiden Seiten unend-lich verlängert denken, wie z. B. XlVIX, die so ent-standene Linie mit FI in rechte Winkel bilden, und deß-halb der Linie xnigr, nls der Tangente der Kugel beim, parallel seyn. Ein Beobachter in -VI wird deßhalbnickt allein das ganze Himmelsgewölbe X^X uberdieserLinie, sondern auch diejenige Portion oder Zone dessel-ben sehen, welche zwischen X X und X () liegt; mitanderen Worten, sein Himmel wird um die ZoneXAXX mehr, als eine Halbkugel seyn. Die Win-kelbreite dieser überschüssigen Zone, nämlich der WinkelX DI ist es nun, um welchen der sichtbare oderscheinbare Horizont unter die Richtung einer Wein-geistlibelle deprimirt erscheint, und diesen Winkel nennt

^1 Siehe die Beschreibung desselben in Cap. II.

Siehe die Beschreibung dieses Instruments im II. Cap.