Eap, I.
Allgemeine Gestalt der Erde.
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leuchtenden Umstände kennen lernen, die uns zu einerKenntniß der Gestalt der Erde verhelfen.
20) Zuerst wollen wir untersuchen, was man vonihrer Gestalt wirklich sehen kann. Auf dem Landekönnen wir allerdings nichts von der allgemeinenGestalt der Erde erkennen, wir mußten uns denn aufungewöhnlich ebenen und ausgebreiteten Flächen befin-den. Die Berge, Bäume und andere Gegenstände, wel-che die Oberfläche der Erde uneben machen, und dieLinie des Horizontes unterbrechen und erhöhen, sind,obwohl sie offenbar in einem höchst kleinen Verhältnissezur ganzen Erde stehen, doch in Bezug auf uns selbstund die kleine Portion der Erde, die wir mit einemmaleübersehen können, noch zu beträchtlich, als daß wiraus der Gestalt eiues so verunstalteten Theiles ein Ur-theil über diejenige der ganzen Erde zu fällen im Standewären. Aber mit der Oberfläche des Meeres, oder ei-ner außerordentlich ausgebreiteten ebenen Fläche, verhältes sich anders. Wenn wir zu Schiffe das Land verlas-sen, bis es uns gänzlich aus den Augen verschwundenist, und entweder auf dein Verdeck des Schiffes stehen,oder in den Mastkorb steigen, so werden wir immerdie Oberfläche des Meeres, nicht in Entfernung undNebel verschwindend, sondern von einer scharfen, hellenund deutlichen Linie, dem sogenannten Meerhori-zonte, begrenzt erblicken, der uns ringsum in eineinKreise umgiebt, in dessen Mittelpunkt unser Standortfällt. Daß diese Linie wirklich ein Kreis sey, schließenwir erstens aus der vollkommenen scheinbaren Aehnlich-keit aller seiner Theile, zweitens aus dem Umstände,daß alle seine Theile gleichweit von uns entfernt zu lie-gen scheinen, und zwar offenbar in mäßiger Entfernung;und drittens daraus, daß der scheinbare Durchmes-ser desselben, mit einem Instrumente, dem sogenann-ten D e p r e ssi o » s - S e c t o r , gemessen, sich immergleich bleibt (ausgenommen bei einigen einzelnen atmo-sphärischen Umständen, welche eine temporäre Verzer-rung der Peripherie hervorbringen), in welcher Rich-tung derselbe auch gemessen werden mag. DergleichenEigenschaften gehören aber unter den geometrischen Fi-