Lap. I.
Allgemeine Gestalt der Erde.
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statt jenes Gegenstandes einen andern, z. B. einen nä-hern, firirt, so verändert sich auch unmittelbar die Er-scheinung der rotireuden Bewegung; und der scheinbareMittelpunkt, um welchen dieser tauschende Kreislauf er-folgt, ist auf den neuen Gegenstand übergetragen, derfür den Augenblick im Zustande der Ruhe erscheint. Diesescheinbare Veränderung der Stellung der Gegenständein Bezug zu einander, welche von der Bewegung deSBeobachters herrührt, heißt die parallactische Be-wegung; und es leuchtet deshalb von selbst ein, daß,ehe nran ausmitteln kann, ob äußere Gegenstände sichwirklich in Bewegung befinden, oder nicht, oder vonwelcher Beschaffenheit ihre Bewegungen sind, man jedeparallactische Bewegung, die vorhanden ist, in Abzugoder in Anschlag bringen müsse.
18) Um uns übrigens die Erde als in Bewegung-vorzustellen, müssen wir uns erst von ihrer Gestalt undGröße einen Begriff machen. Nun kann ein Gegen-stand nicht Gestalt und Größe haben, vbne von allenSeiten von einem bestimmten Umrisse begrenzt zuseyn, so daß wir denselben uns wenigstens außer Ver-bindung mit andern Körpern, und isolirt im Raume,vorstellen können. Der erste rohe Begriff, den wir vonder Erde bekommen, ist derjenige einer ebenen Oberflachevon unendlicher Ausdehnung nach allen Richtungen vonder Stelle aus, wo wir stehen, und ü b e r derselbenLuft uud Himmel, unter derselben, bis zu unend-licher Tiefe, feste Masse. Dieses ist ein Vorurtheil,was wir gleich jenem, daß die Erde unbeweglich sey,beseitigen müssen; aber wir können dasselbe weit leichterbeseitigen, da es nur aus unserer eigenen Geistesun-thätigkeit entsprungen ist (indem wir uns nicht ge-fragt haben, w o wir einem Gegenstande Grenzen sehenwollen, den wir von Kindheit an als unermeßlich großzu betrachten gewohnt sind), und nicht, gleich jenem,aus dem Zeugniß unserer falsch gedeuteten Sinne. Dasdirecte Zeugniß unserer Sinne ist vielmehr ein ganzentgegengesetztes. Wenn wir die Sonne des Abends inWesten untergehen und in Osten wieder aufgehen sehen»