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2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Schluss.

sich am Anblicke der unvergänglichen Natur wieder aufzu-richten und zurecht zu finden. Es gelang nicht. Wer dieBriefe von Felix nach dem Tode Fanny's liest, wer das tief-traurige, leidenschaftliche F-moll-Quartett hört, welches er imSommer 1847 komponirte, wird sofort empfinden, wie andersder Ton lautet, wie zum Tode betrübt. Merkwürdigerweisefand er zuerst nicht in seiner eigensten Kunst wieder einigenHalt, sondern in der Malerei. Die Aquarellen, welche er vonseiner letzten Schweizer Eeise mit nach Hause brachte, zeigeneinen ausserordentlichen Fortschritt gegen die früheren; ingrösserem Massstabe angelegt, sind sie zwar ebenso liebevoll,sorgsam und sicher in der Zeichnung und der Beachtung derkleinsten Details, aber freier in der Behandlung, kräftiger,tiefer und harmonischer in der Farbe, mehr wirkliche Bilder,denen man den Dilettanten kaum noch anmerkt; kein Künstlerhätte sich ihrer zu schämen brauchen.

Pauls und Hensel kehrten nach vierwöchentlichem Aufent-halt zurück, Felixens blieben bis zum September in der Schweiz.Allmälig wandte, er sich auch der Musik wieder zu; grossePläne beschäftigten ihn. Ein unvollendet gebliebenesOratoriumChristus", einige geistliche Kompositionen, instru-mentale Sachen, einige Lieder vor allem aber die OperLoreley", für die Geibel ihm einen, ihn vollkommen befriedi-genden Text geschrieben hatte. Es ist eigenthümlich tragisch,dass sein immer gehegter Wunsch eines guten Operntextessich erst erfüllen sollte, als seine Lebensuhr zum letztenSchlage ausholte.

Bei seiner Rückkehr nach Leipzig fanden ihn seine Freundezwar gestärkt, geistig unverändert, am Klavier oder wenn dasGespräch auf Musik kam, voll Leben und Feuer. Aber solchenAugenblicken der Erregung folgte tiefe Niedergeschlagenheit;er war dann menschenscheu und liess sich selbst von Intimeren,Näherstehenden nicht gern sprechen. Sein Aussehn war dochmerklich verändert, er war gealtert, blass und abgespannt, er,der sonst rastlos und unermüdlich Thätige, konnte lange müssigsitzen und die Hände in den Schooss legen; sein schneller,elastischer Gang war schleppend und langsam geworden, und