Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
367
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Felix an Fanny.

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P. S. Herr von Keudell, der neulich hier war, hat mirsehr gut gefallen, und wird Dir wohl von der musikalischenSoiree erzälit haben, in der er uns begriffen fand, wo dieClarinett abermals das leichte Trio von Mozart nicht ganz imTakt richtig herausbrachte. 0 Jemine!

Gedankenspahn.

Warum machst Du an einem Deiner Sonntage des nächstenJahres nicht einmal Musik mit Begleitung von Blaseinstru-menten? Ein Quintett von Mozart, ein dito von Spohr, eindito von Beethoven würde sich schön ausnehmen, von Deinenseelenvollen Fingern fürgetragen. Diese Idee gebe ich Dirnur unter die Hand, denn ich habe sie noch Niemand Andermunter den Fuss gegeben, indem ich sie selbst einmal aus-führen will.

Die Amme war sehr liebenswürdig*) und als sie dieTreppe hinunterging, und sagte: tanti lad a Fiora, und dabeis$u weinen anfing, hätte ich beinahe mitgeweint. Sie hat hierzu Mittag gegessen, und ich habe sie dabei italiäniscli unter-halten, so dass sie kaum einen Bissen hinunterbringen konnte.Warum schreibt aber Dirichlet niemals einem Schwager solcheBriefe wie er per Amme an Ohm schrieb (Du siehst, ich habeAlles gelesen!) Ich habe sie an einen Eisenbalin-Offiziantenempfohlen und ihr ein Billet-doux an die Post in Reichenbachin die Hand gestopft", wie Cecile sich ausdrückt. Dieserganze Passus ist an Beckchen, wie ich eben bemerke, aber esschadet nichts; Ihr seid und bleibt die Fischottern, was ichunter Anderm daher weiss, weil Cecile jetzt plötzlich dieFlegeljahre mit Plaisir liest, und ich Euch da alle Tage auf demTisch liegen sehe.**) Aber genug! Grüsst mir Paul, der unsunglaubliche Freude mit seinem Besuch gemacht hat! So Gottwill, sehe ich Euch im Herbst, und froh und vergnügt!"

*) Die Dirichlet'sche Amme wurde nach Italien zurück-geschickt.

**) Siehe Theil I. Seite 228.