Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Reise- und Heimathbriefe.

von Rebecka's Zustand, die durch einen Brief der Köchin anihre Freundin nach Berlin kann Nun war der einzuschlagendeWeg (wenn sich die Nachricht bestätigte), klar, und Fannyschrieb daher sofort, verlangte ganz genaue Nachricht überAlles, und schloss folgendermassen:

Ich mache Dir heut' im Verein mit Hensel folgendenVorschlag. Unser Hinkommen zu Euch, im Fall Eure Krank-heiten es wiinschenswertli gemacht hätten, war keine flüchtigeAnwandlung, sondern ist unsäglich erwogen, mit den Brüdernhin und her besprochen und allerseits gut geheissen worden.Tagelang haben wir darüber zugebracht und Nächte nichtgeschlafen. Für Hensel wäre eine solche Reise kein Quer-strich, eher das Gegentheil, da er mehrere italiänische Bilderzu malen hat; dass es Sebastian nicht schaden würde, darüberist auch Alles einig, Diriclilet würde ihm wohl im Lateinetwas nachhelfen können, und wenn er ein Jahr später ein-gesegnet wird, schadet das nichts. Nun kommt aber dieHauptsache: Eure Gesundheit scheint, Gott sei Dank! einschleuniges Kommen nicht mehr zu erfordern, bist Du aberwirklich gesonnen niederzukommen, so wäre es Dir vielleichtlieb, mich da zu haben (ich bin so frei, mir das einzubilden),und dann schreibe uns ein Wort, bestimme möglichst genaudie Zeit, damit wir uns die möglichst wenig unbequeme zumReisen aussuchen können, und wir machen uns auf und helfenniederkommen und taufen. Wünschenswerth wäre es freilich,dass Ihr dann nachher nicht die schrecklichste Eile nöthighättet, zu Hause zu kommen, denn sind wir erst einmal soweit, so möchten wir uns auch wohl noch ein Wenig (nichtlange) umsehn; und mit oder vor Dir wieder hier sein müssenwir auf jeden Fall. Du siehst, es kommt Alles auf eine prä-cise Antwort auf diesen Brief an. Möglich aber, dass dieganze Sache eine Pliantasmagorie ist, und an gar kein Kindzu denken ist, und dass Ihr uns mit dem ersten Frülilingswindfrisch und froh hergeweht werdet, und das wäre freilich dasBeste. Nur Rückhalten, siehst Du, geht nicht mehr, alsobitte, schenke uns klaren Wem ein. Ist es Dir selbst zu be-schwerlich, Dirichlet zu langweilig, Walter gar unmöglich, so