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Eeise- lind Heimathbriefe.
Am 30 sten November verliess Felix Berlin, nachdem diePaulusaufführung sich noch zu einer Art Abschiedsfest gestaltethatte. Nach der Generalprobe brachten ihm nähere musika-lische Bekannte ein sehr hübsches Ständchen, das mit „Es istbestimmt in Gottes Rath" schloss; nachher gab es, wieFanny schreibt, „Butterbrod und Baumkuchen und Punsch, undLustigkeit und viel Thränen, alles durcheinander." In derAufführung war Alles bis auf die äussersten Winkel dicht be-setzt, das ganze musikliebende Publikum Berlins hatte sich ein-gefunden, Alles war bewegt und betrübt über sein Fortgehen,während doch Alles oder fast Alles dazu beigetragen hatte,dieses Fortgehen herbeizuführen. Mendelssohn musste seineReise sehr beschleunigen, denn er bekam die Nachricht, dasssein jüngstes Kind, der kleine Felix, der schon die Masern amschwersten durchgemacht hatte, in Frankfurt heftig erkranktsei. Das Kind erholte sich nach banger, sorgenvoller Zeitzwar wieder, war aber nie recht gesund und starb früh, wennauch erst nach des Vaters Tode.
Als die ersten Krankheitsberichte aus Rom von Rebeckaankamen, schienen ernstliche Besorgnisse ungerechtfertigt.Allerdings standen die Dinge schlimmer, als man ahnte. DieKrankheit, an welcher Rehecka litt, war die Schwarzsucht,eine höchst potenzirte Gelbsucht, die gewöhnlich einen tödt-lichen Ausgang nimmt. Zugleich war sie seit Sorrent in an-deren Umständen, ohne dass dies erkannt worden wäre; imGegentlieil, läugneten die römischen Aerzte ganz entschiedendiese Möglichkeit und kurirten auf Gelbsucht allein, wodurchsie der Kranken die entsetzlichsten Qualen bereiteten. Indesswar das Alles noch zu ertragen, so lange Dirichlet's in Rombei Bekannten wohnten und, von Freunden umgeben, die Nach-theile der Fremde nur halb fühlten. Da aber trat eine höchstunglückliche Complication der Verhältnisse ein: Dirichlet er-krankte sehr heftig an dem schnell dahinraffenden römischenFieber. Die Aerzte bestanden auf sofortiger Luftveränderung,und so wurden sie krank von Kaselowsky eingepackt und nachFlorenz begleitet. Von dieser Reise hat Rebecka stets ver-mieden, zu sprechen; auch in den Briefen gleitet sie über die