Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
305
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Palermo.

TEierquälerei), dann essen wir im Leprej dann gehen wir aufdie Gallerie Corsini, dann nach Pietro in Montorio, dannwollen wir uns hei Delaroches empfehlen, hei denen hattenwir neulich einen sehr amüsanten Abend, sie waren quasiallein, ich habe mit der Frau unter tausend Narrenspossenvierhändige Sonaten von Mozart gespielt und zum Schlussschenkte sie mir ihr Portrait, Kupferstich für Freunde vonihrem Mann. Von August Elsasser habe ich auch noch einesehr schöne Aquarelle bekommen, ich bringe ganz unschuldigerWeise ein fertiges Album mit.

Du schreibst von Reflexionen in Deinem Tagebuch; auchzu dieser Weisheit kann ich mich durchaus nicht aufschwingen,mir selbst etwas zu erzählen. Die Versuche dazu in meinemTagebuch sind äusserst kinderlieb ausgefallen; ich begnügemich, die wichtigen Begebenheiten zu notiren; Du bist eigent-lich mein Tagebuch.

Und nun lebt wohl aus Rom; ach! es ist schwer, zuscheiden! —"

In Neapel hielten sich Dirichlet's für jetzt nicht langeauf, es kam bald ein Brief, datirt:

Palerm o.

„Diese Uebersclirift sagt vieles. Drum will ich nur mitWenigem sagen, dass wir hier glücklich, wenn auch miteinigem Katzenjammer angekommen sind, aber dass Palermoallen Katzenjammer der Welt werth ist. Ich will versuchen,Dir von unseren Tliaten Rechenschaft zu geben, obgleichmeine Gedanken noch etwas verwirrt durcheinander laufen;Vesuv, Seekrankheit, indianische Feigen, alles mit einer Sehn-suchtssauce nach Rom getränkt, geht mir wirr im Kopf her-um. In Neapel hatten wir kein Glück mit Wetter, jedenMorgen schwüle Sciroccoliitze, jeden Nachmittag Gewitter.

In der Villa di Roma hatten wir leider keinen Platz ge-funden, und wohnten daher Euch gegenüber, Santa Lucia 31.So schön wie in der Villa di Roma war die Aussicht zwarnicht, die Kasernenbäckerei lag vor den Inseln, aber sie war

Die Familie Mendelssohn. II. 20