Das Campo Santo von Elsasser.
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schreiben und gestern waren wir in Tivoli, da konnte ich alsogewiss nicht schreiben. (Potz Schock! da kommt Santini, dergestern dreimal hier war!) — Die Sitzung währte ziemlichlange, der schöne Piaristenmöncli Chelini, der uns oft besucht,und Madame Nerenz kamen dazu, und da haben wir am hellenMittag eine Soiree musicale für die Padri extemporirt. Undnun muss ich mich kurz fassen, denn ich habe noch schrecklichviel zu erzählen: Vorerst Elsasser's Bild, das Campo Santo diPisa im Mondschein ist fertig und über allen Ausdruck schön.Ausgeführt, wie der fernste Niederländer, und darüber einePoesie, eine Wahrheit, — Dr. Braun nannte es die Philosophiedes Mondscheins, aber das ist's auch noch nicht. Man muss„liinjehn und sich's ansehn" und zwar mehr als einmal, eheman das Auge gewöhnt, im Mondschein alle die Details zusehen; wenn man nämlich so glücklich ist, ein Auge trockenzu behalten. Am Sonntag hat der arme Mensch seinen Kirch-gang zu uns hin gethan, er war den ganzen Winter nichtaus der Stube gewesen und war wenigstens drei Stunden beiuns, trotz „mir" und „mich" und trotz aller Komplimente sehrinteressant. Nun kommt aber die Prosa der Poesie des Mond-scheins. Dieses Bild, an dem er drei Viertel Jahr gearbeitet,mit der grössten Aufopferung, das eins der allerschönsten Bilderder neuern Zeit ist, ist ihm vom König von Württemberg fürsiebenzig Friedrichsd'or bestellt und er ist nicht dazu zu be-wegen, mehr zu fordern. Ich hahe an dem Bruder alle meineBeredsamkeit verschwendet, aber umsonst, und an ihn selbstwage ich mich nicht heran, weil er gar zu reizbar ist. Henselweiss ja für Alles Katli und kennt Alle Menschen, kann ernicht dem Könige vorstellen lassen, dass ein kranker Mannunmöglich davon leben kann ? Ich rede nur von der Zeit, dieer darauf verwandt und die er wenigstens bezahlt haben muss.Das Bild ist nach dem allgemeinen Urtlieil eins, das späterhinmit Golde aufgewogen werden wird, wenn der Künstler nichtsmehr davon hat. Wäre ich nur Hausfreund bei Preussens,ich ruhte nicht, bis ich dem armen Mann für die Paar Jahre,die er noch zu leben hat, eine Pension verschafft hätte. Ichweiss nicht, ob Sie mir verstehn, sagt der Professor Niedlich.