Musikalisches aus Berlin.
singt) uncl in zweien die Decker zu hören war. Diese hat anzwei aufeinanderfolgenden Donnerstagen die prachtvollstenSoireen gegeben, die man nur sehn kann, sie waren eigentlichfür den Herzog von Mecklenburg und seinen Theater-Inten-danten, leider aber kam jener gar nicht nach Berlin, unddieser mnsste nach dem ersten Fest wieder zurückreisen; dastliat aber dem Glänz der Soireen und der guten Laune derWirtliin, die prächtig bei Stimme war, keinen Eintrag.Vorigen Sonntag war auch bei uns die brillanteste Sonntags-musik, die, glaube ich, noch jemals stattgefunden hat, sowohlwas Ausführung als Publikum betraf. Wenn ich Dir sage,dass zwei und zwanzig Equipagen auf dem Hof, und Liszt undacht Prinzessinnen im Saal waren, wirst Du mir die nähereBeschreibung des Glanzes meiner Hütte wohl erlassen. Da-gegen will ich Dir mein Repertoir mittheilen: Quintett vonHummel, mit der Finger leicht Getümmel, Duett aus Fidelio,Variationen von David, von dem prächtigen kleinen Joachimgespielt, der kein Wunderkind, sondern ein bewunderungs-würdiges Kind ist, nebenbei Sebastian's dicker Freund. ZweiLieder, von denen das schöne „Lass die Schmerzen dieserErde", von Eckert, von Felix und der Decker auswendig vor-getragen, wie immer grossen Beifall fand. Ich erlaube Dir,Eckert kein Geheimniss daraus zu machen. Hierauf kam dieWalpurgisnacht, auf die mein Publikum schon seit vierWochen gespannt war und die vortrefflich ging. Wir hattendrei Proben gemacht, bei denen sich die Sänger so amiisirten,dass sie gern noch einmal so viel gehabt hätten. Bei derletzten war Felix zugegen und sehr zufrieden. Ich hätte gerngeselin, dass er begleitet hätte, das wollte er nun aber einfür allemal nicht, sondern spielte nur die Ouvertüre mit mir,und griff bei den schwierigsten Stellen bald im Bass, bald imDiskant mit zu, so dass eine Art von improvisirtem vier-händigen Arrangement daraus ward, das sehr gut klang.Jetzt habe ich nieine Musiken bis nach Ostern aussetzenmüssen, da Felix bis dahin Zeit und Leute braucht; er führtnämlich Palmsonntags in der Garnisonkirche Israel in Egyptenmit einem Personal von etwa vierhundert und fünfzig Leuten