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2 (1880) 1835 - 1847
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Musikalisches aus Berlin.

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während ich mit Cecile aufbaute, in seinem Kabinet an derDom-Musik, kam aber alle Augenblicke heraus, half ordnen,spielte mit Hunden und Pferden und lief dann wieder hinein,um seine Akkorde noch ernsthafter auszuprobiren, und dastliat er wohl eine Stunde lang so. Für den nächsten Weih-nachten, wenn wir mit Gottes Hülfe gesund beisammen sind,habe ich mir etwas Andres ausgedacht; dann müssen wir einenPiknick im Gartensaal haben; es ist gewöhnlich gelinde um dieZeit und der Gartensaal erwärmt sich ganz gut, wie ich neu-lich gesehn habe, wo Felix eine Probe d'rin hatte. Unsertrlibfeuchtgelindes Wetter dauert fort, es ist gewiss nicht über-trieben, wenn ich sage, dass wir in acht Wochen die Sonne nichtzweimal auch nur gesehn haben.

Willst Du wissen, was Madame 0. ist? Herr 0. ist einsehr liässlicher Weinhändler aus Bordeaux und Mme. 0. einesehr hübsche Frau, angenehme Sängerin französischer Roman-zen, mittelmässiger italiänischer Arien und eine vollendete Ko-kette, un peu dam le genre de Mme. 7K, aber noch hübscherund koketter, mit Unschuldsmienen; die verdreht hier den Vor-nehmen derart die Köpfe, dass es spassliaft anzusehen ist. DerMann bringt Weine an, während die Frau schmelzende Melo-dien vorträgt, mit obligater Begleitung von Augen, Busen undHänden zum Entzücken. —

Heut ist im Dom Probe vom achtundneunzigsten Psalm,den Felix für den Neujalirstag komponirt hat. Jetzt gesclielmZeichen und Wunder, man kann wirklich sehn, dass des KönigsBestreben, eine kirchliche Richtung zu schaffen, nicht ohneSegen bleibt, denn am heutigen Tage wird die Welt erleben,dass ich bei dem Domküster einen Platz mietlie, wenn icheinen bekommen kann. Sonst höre ich niemals Felixens Auf-führungen dort, denn an den hohen Festen ist der Dom soüberfüllt, dass an keinen Platz zu denken ist; und im Ge-dränge stundenlang zu st'ehn, dazu bin ich im Glauben nichtstark genug. Ich versichere Dich, Felix von seinen Verhand-lungen und Verhältnissen mit der Domgeistlichkeit, seinerinnigen Freundschaft mit Graf Redern, der gegenseitigen Zu-neigung zwischen ihm und H. v. Witzleben, und tausend solchen

Die Familie Mendelssohn, n. 18