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Reise- und Heimathbriefe.
Grüss Garten und Gartensaal; bis jetzt habe ich keinen schönerangelegten gesehen. —"
Fanny an Rebecka.
Berlin, d. 18ten Oktober 1843.
„—• — Diesmal habe ich Dir auch hübsche Sachen zuerzählen, der Sommernachtstraum ist im neuen Palais geträumtund wenn ich den Brief erst morgen abschicke, so geschiehtes nur, um Dir den Erfolg der ersten öffentlichen Vorstellungzu melden, die heut Abend stattfindet. Es war wunderschön,und besonders ist die Musik das Zauberhafteste, was man hörenkann. Ich muss aber weiter ausholen. Vorige Woche kamdie Leipziger Musik an, um dem Feste beizuwohnen, Hiller,David, Gade (der nächstens in Rom mit einem Empfehlungs-brief vor Dir erscheinen wird) und ein allerliebster zwölf-jähriger Ungar, Joachim, der ein so geschickter Violinspielerist, dass ihn David Nichts mehr zu lehren weiss, und ein sovernünftiger Junge, dass er allein auf der Eisenbahn herreist,allein im rheinischen Hof wohnt und Einem das ganz natürlichvorkommt. Mit diesem lustigen Volk, wozu sich noch Eckertgesellte (der nächstens in Rom ohne Empfehlungsbrief vor Direrscheinen wird), hatten wir, da die Aufführung um zwei Tageverschoben ward, ein Paar sehr amüsante Abende, namentlicheinen bei Paul, wo Alles, was geigen konnte, geigte (gog,würde Ernstchen sagen), und Alles, was spielen konnte, spielte,und uns leider die kleinste Stimme zu dem kleinsten Liedefehlte; wir waren lauter instrumentale Seelen. Am Sonnabendging die grosse Auswanderung vor sich. Wir hatten nochein Billet erobert und nahmen Antonie mit. Im Einsiedler,wo kern Zimmer zu haben war, setzten wir uns, sieben MannDamen hoch, in Felixens Stube die Köpfe zurecht und begabenuns dann in die königlichen Hallen. Ich sass neben der Tieck,die Dich herzlich grüssen lässt und mir eine sehr angenehmeNachbarschaft war, und vor Kugler's Schwester, die mich ausGlückseligkeit den ganzen Abend förmlich maltraitirte mitDrücken und Kneifen. Dn weisst, so etwas lässt man sich