Florenz.
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Santa Croce, dem hiesigen Pantheon, wo Dante, Micliel Angelo,Galilei und das übrige Federvieh Monumente hat. Widerwärtigist der Götzendienst, den sie jetzt mit Galilei treiben, um ihrefrüheren Sünden vergessen zu machen — und stände lieut einGalilei unter ihnen auf, sie machten's ihm ebenso. — Sehrrührend war mir der Garten in Bellosguardo, wo er gewohntund, da ihm sogar wissenschaftliche Gespräche verboten waren,das Land gegraben hat. — Neulich im Pitti trat ich mit Di-richlet vor ein Bild von Perugino, und nachdem wir immerfortmit Italiänern itäliäniscli gesprochen hatten, sagte er auf Deutschzu mir: „Der Perugino hat doch dem Raphael gut vorgear-beitet." — Da dreht sich der das Bild eben kopirende Halerum, sieht uns erst eine Weile an, ob wir der Mühe werthwären, und sagt dann: „Da haben Sie sehr Recht," und warein sehr netter Hannoveraner. Auch auf den Uffizien sahenwir einen freundlichen deutschen Maler, sonst aber fühlen wiruns ganz Italiäner. Um neun, nach eingenommenem Frühstücken famille , kommt Herr Paperini, ein Italiänischlehrer, den wirAnfangs nur für Walter angenommen, der aber so wunderbarschön italiänisch spricht, dass wir meinten, auch wir könntensogar von ihm lernen und auch Stunde nehmen; übrigens eiiisehr netter gebildeter Mann, der gut Englisch und Französischspricht, Deutsch lernt, und so schöne Böcke darin macht, dassich mich gar nicht über meine italiänischen schäme. Es gehtmir ziemlich gut mit dem Sprechen, nur muss ich kein Englischhören oder sprechen, sonst kommt mir immer wieder yes da-zwischen. Dirichlet spricht mit mehr Anstrengung, abergrammatischer, klassischer; ich stehe noch mit Indicativ undConjunctiv und besonders mit Passato determinato auf sehrgespanntem Fuss. Ausser mir haben wir schon alle lastimentofür „Gebäude" gebraucht und sind dafür ausgelacht worden.Wir sind Jakoby und Borchardt mit, Ersterer bricht mehritaliänisch als er es spricht. Dirichlet sagt regelmässig maisfür ma und lontano für „lange". Aber Kühnheit besitzen wirAlle hinlänglich, nur ist es schrecklich, wenn Einer dem Andernnachrechnet, wo er jede neue Gelehrsamkeit her hat. Weiss-brod heisst hier Semmeli e Kiffeli; ist das nicht sehr komisch ?
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