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Reise- und Heimathbriefe.
dabei ist die Jahreszahl 1743 in allen goldenen Buchstabenüber dem Haupteingang stehn geblieben und die beiden Zettel-kasten mit Drahtgittern hängen mit den unversehrten Anzeigender letzten Vorstellung neben der Eingangsthür. Der Platzwar natürlich gepfropft voller Menschen, aber Alles ruhig undanständig, so dass wir überall hingehn konnten. Neben demGraben stand die grosse Dampfspritze und war in Thätigkeit,deren Bekanntschaft habe ich denn auch bei dieser Gelegen-heit gemacht. — So ist nun der schönste Platz von Berlin,der eben jetzt noch durch Gartenanlagen geschmückt werdensollte, auf Jahre hinaus verwüstet und zerstört, und wer weiss,ob er jemals wieder so schön wird. Wenn ich wie der Königwäre, ich liesse es nach dem alten Plan wieder aufbauen,natürlich mit andern neuern Einrichtungen. Anders werdensie es wohl machen, aber besser schwerlich. Mir war dasOpernhaus immer das liebste Theater, das ich kannte. •— Ichfinde es sehr symbolisch, dass das Opernhaus abgebrannt ist,die Oper war es schon lange; wozu ein Haus für etwas, dasnicht mehr existirt? Nun lebt wohl; es bleibt doch für heutbei dem Brande, wenn ich nicht aufhöre. — Griiss Deineganze Karavane, die lange Mathematik soll auch mal von sichhören lassen. —"
Rebecka an Fanny.
Vevay, den 29sten August.
„ Schon das Datum dieses Briefes wird Dir ein
heiteres Lächeln abgewinnen, liebe Fanny, denn siehe, wirkleben noch immer hier, während in Nizza wahrscheinlich dieschönsten Briefe auf uns warten, nach denen mich dürstet.Am Sonnabend war alles zum Fortreisen gepackt, es scheintaber, als hätte sicli's Emst zur Regel gemacht, jedesmal beimAbreisen uns einen Streich zu spielen, er bekam in der Nachtstarkes Fieber, am andern Morgen mussten wir zum Arztschicken und das Kind ein Paar Tage pflegen. Wahrscheinlichhat er sich hei einer überaus schönen aber heissen Fahrt nachMontreux, Chillon etc. (Paul wird den Küster für die ganze