Badenweiler.
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Schuhmacher nimmt sehr an Weisheit und Erkenntni'ss zu,zeichnet, führt Tagebuch und macht den französischen Kammer-mädchen stark die Cour. Franz hat mir ein Buch eingerichtet,Schulimaeheriana und Verwandtes und mit Vignetten versehn,darin soll ich die unzähligen Geschichten, die mein Gefolgeliefert, einschreiben, an denen sich Franz sehr erbaut hat.Wunderschön ist es, wie Schuhmacher überall für den Herrngilt und die Täuschung so lange als möglich unterhält; inHeidelberg haben sie ihn gefragt, ob er zwei Stuben mit zweiBetten beföhle. Mine ist wie verdutzt von Allem, was siesieht, und in fortwährendem Entsetzen über alle katholischenBilder am Wege: „Ach sehen Sie, Frau Professorin, da hängtschon wieder unser Herr Christus im Eegen." —
Von vielen Unbequemlichkeiten, die mich in Italienerwarten, habe ich schon auf der Reise bedeutenden Vor-geschmack erhalten, mehr geprellt als in Leipzig und Heidel-berg werde ich schwerlich, Flöhe wachsen überall, undschwerer verständlich wert' ich mich auf italiänisch nichtmachen, als hier auf deutsch; neben der wirklich schweizerischenNatur hier herrscht auch das schöne schweizer Deutsch. MeineBaseler Tischnachbarin frag mich, ob ich das Deutsch sprechennicht gewohnt wäre; das einzige Deutsch, das sie ordentlichverstehn, ist- französisch. Die sehr willkommene Essglockeunterbrach den Fluss meiner Feder!"
Fanny an Eebeeka.
Berlin, den 27sten Juli 1843.
„Also in Badenweiler. Gar nicht übel; ich halteAngelika's*) Augen für ebenso blau wie den Genfer See, ganzso hoch wie die Berge ist sie zwar nicht, aber wozu wäredas auch? In einem sehr schönen Moment kam Dein gestriger,sehr angenehmer Brief aus Freiburg, erstens lief uns dieKinderfrau damit in den Garten nach, als wir eben Jakobydurch denselben zum Thor hinaus begleiteten, zweitens hatteich bereits drei Seiten an meinen Mann geschrieben,**) um
*) Frau v. Worihgen war mit nach Badenweiler gefahren.
**) Hensel war auf einer Reise nach England begriffen.