Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
207
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Felix an Paul.

voller Knabe? Griiss- ihn und Dirichlet tausend Mal und dankeihnen in unserm Namen. Das nächste Mal schreibe ich nunan Fanny, sag' ihr das."

Die Mutter war den vier Geschwistern ein Mittelpunktgewesen, den sie zwar für ihre gegenseitige Liebe und Stellungzu einander nicht brauchten, der aber doch für tausend kleineVorkommnisse des Lebens wichtig war. Sie war eben eineohne Frage Uebergeordnete, um die sich alles Andere natürlichgruppirte; es verstand sich ganz von selbst, dass alle Sonntagdie Familie bei ihr ass, alle Sonntag Abend bei ihr zubrachte,dass die Weihnachtsbesclieerung Jahr für Jahr bei ihr statt-fand, dass Felix, wenn er nach Berlin kam, meist ihr Gastin ihrem Hause war. Das war nun anders, und die Geschwistermussten sich mit Vielem anders einrichten. Sie hatten auchdas lebendige Gefühl davon, das Felix in einem Brief an Paulbald nach der Mutter Tode ausspricht:*)

Leipzig, 22sten December 1842.

Mein lieber Bruder!

Dass wir Alle hier gesund sind und traurig hinleben,wie wir können, eingedenk des Guten, was uns früher zuTheil wurde, das habe ich den Tag nach meiner Ankunft anEuch geschrieben; es war an Fanny adressirt, aber an EuchAlle geschrieben. Allein Du hattest nichts davon gehört, undauch in dieser Kleinigkeit spricht sich wieder aus, was sichtagtäglich mehr und mehr aussprechen wird, tiefer und fühl-barer: dass der Vereinigungspunkt fehle, in welchem wir unsimmer noch als Kinder fühlen durften. Waren wir es nichtmehr den Jahren nach, so durften wir es dem Gefühle nachsein. Wenn ich an die Mutter schrieb, so hatte ich damit anEuch Alle geschrieben, und Ihr wusstet es auch; aber Kindersind wir nun nicht mehr und haben es genossen, was es heisst,das zu sein; es ist nun vorbei.

*) Felix'sche Briefe.

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