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sehr rullig und äusserlicli war ihr wenig anzumerken von ihrersehr leidenschaftlichen Natur; bei einzelnen Anlässeil brachdiese dann um so unaufhaltsamer durch. Es war auch keineKleinigkeit für sie: Felix war ihr grösster Stolz, ihr Abgott,sie hatte sich daran gewöhnt, ihn wieder nach langen Jahrender Trennung um sich zu haben; sie war alt und konntenicht mehr auf ein gar zu langes Leben zählen — wie nahihr Ende sei, konnte sie freilich nicht ahnen. Es gab ehie sehrschmerzliche Scene; Fanny kam dazu, Felix rief ihr entgegen,als sie sich den Auf- und Abgehenden näherte, es sei Allesaus und vorbei, er habe seinen Abschied. Auch er. war sehrbewegt und zu Tliränen gerührt durch den Kummer derMutter, den sein strenges Pflichtgefühl ihr doch nicht sparenkonnte. Der Abend verging höchst traurig. Hensel hattenoch ein langes Gespräch mit Felix und erfuhr denn da erst,dass der Abschied nicht förmlich ertlieilt sei, und bei seinerKenntniss der Personen und Verhältnisse bildete sich bei ihmund Fanny, mit der er die Sache besprach, die Hoffnung aus,die Audienz beim König könne möglicherweise im entgegen-gesetzten Sinne entscheidend werden. Hensel ging noch spätAbends, als Alle sich getrennt hatten, zur Mutter hinüber,ihr Muth einzusprechen; zwischen furcht und Hoffnungschwebend, erwartete man den Ausgang.
Am andern Morgen holte Mendelssohn Massow ab, umsich mit ihm zum König zu begeben. Massow, der ihn auf-richtig lieb hatte, nahm in seinem Hause schon im Vorausförmlich Abschied von ihm. — Der König muss bei der Audienzbesonders guter Laune gewesen sein; denn statt ihn „böse"zu finden, wie Massow prophezeiht hatte, fand ihn Mendels-sohn so liebenswürdig, so vertrauensvoll, wie noch nie. Ersagte Mendelssohn auf dessen Abschiedsrede, er könne ihnzwar nicht zum Bleiben zwingen, aber das müsse er ihmsagen, dass es ihm herzlich leid tliue; alle Pläne, die er, derKönig, auf seine Anwesenheit in Berlin gebaut habe, seiendadurch gescheitert und es risse ihm eine unersetzbare Lücke.Auf die Entgegnung, warum unersetzbar? ■— liess sich derKönig darüber weiter aus, wie grosse Stücke er auf Mendels-