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2 (1880) 1835 - 1847
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Neapel bis Berlin.

Wort. Die Möglichkeit des Ereignisses wird Einem sehr klar,wenn man vorher den Krater nnd die Lage des Ortes vonoben gesehen, und nun seine Stellung zum Vesuv von denStrassen aus betrachtet. Man sieht ihn natürlich von derentgegengesetzten Seite wie in Neapel, so dass der Aschen-kegel links steht. Die gewisse grauliche Wand, die aufstieg,als Pompeji unterging, liegt vorn zu Tage. Er sieht höchstdrohend, unheimlich und gewaltig in die stillen Strassenhinein, und man kann nichts Ernsteres sehen, als diesengrimmigen Verderber, noch mit derselben Kraft ausgerüstet,um jeden Augenblick dasselbe Unheil anzurichten, und dieseredenden Beweise seiner vor achtzehn Jahrhunderten begangenengrössten Unthat. Die Berge von Asche und kleinen Steinen,die rings um die aufgegrabenen Häuser gehäuft liegen, rückenEinem vollends das schreckliche Ereigniss so lebendig vor dieAugen, als oh es gestern geschehen wäre und wir die dortBegrabenen persönlich gekannt hätten. Von manchen Punktenliesse sich ein herrliches Bild des Vesuv's mit pompejanischemVorgrunde aufnehmen, was meines Wissens noch nie geschehn.Wir traten durch die Alleen von Thränenweiden in dieGräberstrasse ein; viele Marmordenkmale sind noch so erhalten,als ob sie heut aus der Werkstatt kämen. Im Hause desDiomedes ist ein grosser Keller, worin der Eindruck desKopfes und der Arme des Skeletts zu sehen ist, das gegendie Wand gelehnt gefunden worden. Es waren übrigens indiesem Keller eine Menge Skelette, und sie müssen hier einesgrausamen Todes gestorben sein, denn durch die engen Keller-luken konnte die Asche nur langsam eindringen, und so habensie gewiss grosse Martern leiden müssen. Die Bauart derHäuser ist zu bekannt, als dass ich Euch etwas darüber sagensollte; übrigens bringe ich eine sehr treue- Aquarelle dessogenanntenHauses des Dichters" von Bonirote mit. Dermittlere freie Hof mit der durch Säulen gestützten Pergola,wie er sich in fast allen Häusern findet, ist allerliebst. Inder Malerei der Alten gefällt mir Vieles gar nicht underscheint mir geschmack- und styllos, Wilhelm gab mir darinRecht. Namentlich eine gewisse Art dummer Guirlanden und