Tivoli. Gounod.
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Verlangen improvisirte Wilhelm ein Geclichtchen, und ich dieMusik dazu, schrieb die Stimmen aus und sang das Liedchenmit Charlotte und Magnus, worüber die Leute eine kindischeFreude hatten. Nachdem wir sehr behaglich, wohl zwei Stun-den bei Tisch gesessen hatten, fuhren wir nach der VillaAdriana; es ist dies eine grandiose und originelle Wildnissvon Ruinen, Pinien, Oelbäumen und Cypressen, vom schönstenglühenden Abendroth verklärt. Wir liefen darin umher bisAve Maria, und fuhren dann zurück im herrlichsten Mond-schein, unter einem wunderbar klaren Abendhimmel. Esfehlte wirklich dem Tage nichts, um vollkommen schön zusein, und Paulsens haben uns eine grosse und sehr gelungenegentile%%a erwiesen.
Freitag, 8ten Mai. Nachmittags mit Wilhelm in dieVilla, er fing an ein Studium zu malen, ich zeigte ihm dieAussicht vom Belvedere, die er nicht kannte. Abends Magnusund unsere Franzosen, oder wie sie jetzt heissen, die dreiCapricen, indem Bousquet sich Caprice en lä, Gounod Capriceen rni, und Dugasseau Ga/price en si bemolle nennt. Es wardwie gewöhnlich viel Musik gemacht, viel geplaudert und ge-lacht und spät beisammen geblieben. Bousquet zeigte mirseine angefangene Cantate, worin sehr schöne Sachen sind.Ihm, glaube ich, wird die Kenntniss deutscher Musik nurförderlich sein können, während Gounod dadurch verwirrt undhalb toll gemacht wird. Der scheint mir viel unreifer,' dochkenne ich noch nichts von seiner Musik, denn ein Scherzo,das er mir neulich vorspielte und fragte, ob ers mir gebendürfte, will ich nicht rechnen, das war gar zu schlecht, undmir däucht, da spukte schon deutsche Musik drin.
Dienstag, 12ten Mai. Nach einigen vollkommenenRegentagen früh auf den Pincio. Die Luft so himmlisch, dasGrün so frisch, Alles so lieb und so schön, wir so glücklichhier. Wie freue ich mich, dass wir noch 14 Tage hier blei-ben, wie gräme ich mich, dass wir nur noch 14 Tage hierbleiben! So, kann ich wirklich sagen, ist meine doppelteEmpfindung jetzt. —
Eine allerliebste irländische Familie haben wir zu guter