Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Italien.

schwer sicli erhebt. Die Sache bewegt und ergreift mich aufsTiefste."

Tagebuch.

Ich bat Yernet, sich von Wilhelm in seinem malerischenKostüm zeichnen zu lassen, und er sagte sehr freundlich zuund kam Vormittags mit dem alten Maler Reichardt; es warein nettes Frühstück bereitet, die Unterhaltung sehr lebhaft,Vernet erzählte viel vom Orient und seinen weiteren Plänen,gleich von Paris aus wieder nach Algier zu gehen undSchlachtenbilder zu malen; Reichardt und noch ein Malersahen meinem Mann auf die Finger, tauchten die Pinsel insWeiss, damit es schneller gehe, denn Vernet hatte nur emeStunde Zeit. Ich spielte zwischendurch einiges vor und inweniger als einer Stunde wurde die Zeichnung beendet, zurgrössten Freude der Künstler, die nicht genug Wilhelm'sausserordentliche Leichtigkeit bewundern konnten; Vernetselbst war höchst zufrieden; es war ein sehr angenehmerVormittag."

Tagebuch.

Gestern Charfreitag früh holten wir d'Ossoli ab, der unsnach der Sixtina führte, da ich gefürchtet hatte, olme Billetnicht hineinzukommen. Ich fand ganz vorne Platz, und daspäter der Schweizer einigen Damen erlaubte, dicht ans Gitter zutreten, so sah ich diesmal alle Ceremonien vortrefflich, unddie Kreuzanbetung ist gewiss eine der schönsten. Zuerst warddie Passion gesungen, und da gelang es mir diesmal den Fadenzu behalten und bis zu Ende genau zu folgen. Die Einthei-lung ist im Wesentlichen die, welche Bach beibehalten, Jesusward von einer schönen Bassstimme gesungen, der Evangelistvon einem ziemlich schreienden Baryton. Die Volkschöre sindvon Vittoria. In ganz kurzen vierstimmigen Sätzen wurdendie Worte ohne alle Durchführung einmal gesungen, und dochsind diese kurzen musikalischen Sätze sehr wichtig zur Er-holung von dem unglaublich monotonen Ableiern der Passion.Auf eine Melodie, die ungefähr so klingt: